Die letzten Meereswellen

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Wilhelm Müller: Die letzten Meereswellen Titel entspricht 1. Vers(1810)

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Die letzten Meereswellen
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Verschäumen um den Strand,
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Und bunte Muscheln streuen
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Sie auf den bleichen Sand.

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Ein kleines Fischermädchen,
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Zum Küssen groß genug,
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Kam flink daher gegangen,
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Ein Netz am Arm sie trug.

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Und von den weißen Füßen
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Band ihre Sohlen sie,
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Und gürtete das Röckchen
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Sich auf bis an das Knie.

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So fing sie an, zu waten
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Hinein in Schaum und Sand
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Und suchte bunte Muscheln
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Sich auf dem nassen Strand.

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Sie warf sie in ihr Netzchen,
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Bis daß es überquoll,
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Dann nahm sie auf ihr Röckchen
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Und las den Schooß sich voll.

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Gleich ward das Meer lebendig.
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Als hätt' es Fleisch und Blut:
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Je mehr sie hub das Röckchen,
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Je höher stieg die Fluth.

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Da fing sie an zu schreien
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Und ließ die Zipfel los,
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Und alle Muscheln fielen
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Aus ihrem vollen Schooß.

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Ich trug sie aus den Wellen
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Heraus in flinkem Lauf,
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Ich fischt' ihr aus dem Wasser
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Die Muscheln wieder auf;

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Und wollte dann sie werfen
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In ihres Röckchens Schooß,
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Sie aber hielt das Netzchen
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Mir hin, und thät sich groß.

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Was soll ich mit dem Netze?
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's geht keine mehr hinein.
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Ich bin ja keine Welle –
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Du sollst nicht wieder schrein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Müller
(17941827)

* 07.10.1794 in Dessau, † 30.09.1827 in Dessau

männlich, geb. Müller

deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts (1794-1827)

(Aus: Wikidata.org)

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