Der Mondsüchtige

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Wilhelm Müller: Der Mondsüchtige (1810)

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Du bleicher Mann da droben,
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Siehst wieder so mürrisch aus:
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Bist wohl recht unzufrieden
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Mit deinem luftigen Haus?

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Hör', Freund, wir wollen tauschen:
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Ich geh' und räume dir
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Für diesen kühlen Abend
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Mein warmes Lager hier.

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Dafür sollst du mich heben
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In deinen Mond hinauf,
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Mich mit ihm wandeln lassen
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Den hellen Himmelslauf.

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Will auch auf deiner Warte
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Ganz mäuschenstille stehn,
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Und nach der bösen Erde
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Nicht viel herunter sehn.

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Will keinen Dieb verrathen,
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Will stören kein liebendes Paar:
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Nur Eines möcht' ich sehen,
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Und das recht hell und klar.

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Dir, Mond, will ich's vertrauen:
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Es ist die Liebste mein,
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Die ich beschauen möchte
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In deinem goldnen Schein.

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Sie wohnet in der Ferne,
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Blickt oft empor zu dir:
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Du guckst im Weltgetümmel
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Wohl kaum einmal nach ihr.

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Ich wollt' sie besser finden,
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Ich kenn' ihr Fensterlein;
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Durch Laden, Glas und Gitter
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Schlüpft' ich zu ihr hinein.

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Hinein in ihre Kammer
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Mit aller Strahlen Fluth! –
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Wo ist der Mond geblieben?
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Der Himmel auf Erden ruht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Müller
(17941827)

* 07.10.1794 in Dessau, † 30.09.1827 in Dessau

männlich, geb. Müller

deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts (1794-1827)

(Aus: Wikidata.org)

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