Die Blume des Weins

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Wilhelm Müller: Die Blume des Weins (1810)

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Es blühen Blumen mannigfalt
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In Feld und Garten, Wies' und Wald,
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Und hinter Rahm und Glase;
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Sie schütten ihren süßen Duft
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Mit vollen Schalen in die Luft
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Zum Opfer für die Nase.

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Und von den Blumen mannigfalt
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In Feld und Garten, Wies' und Wald,
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Erwähl' ich heut' mir keine.
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Kein indianischer Geruch
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Thut meiner Nase noch genug:
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Sie riecht an deutschem Weine.

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Heb' ich mein Glas zur Nas' empor,
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Möcht' ich, daß Auge, Mund und Ohr
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Sogleich auch Nasen wären,
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Um aus dem vollen, goldnen Strauß
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Bis auf den letzten Gran heraus
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Den Balsamduft zu leeren.

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Gesegnet sei des Winzers Hand,
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Die an des deutschen Stromes Rand
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Mir solchen Strauß gebunden,
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Von Blumen nicht, die schnell verblühn,
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Die ihren leichten Duft versprühn
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In wenig Maienstunden.

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Die Blume, die im Fasse ruht,
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Sie trotzt der dürren Sommergluth
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In ihrer kühlen Klause,
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Läßt Eis und Schnee vorüberwehn,
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Sieht Lenze kommen, Lenze gehn,
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Und blüht zu jedem Schmause.

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Und schlürf' ich ihre Düfte ein,
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Sie rieseln mir durch Mark und Bein,
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Wie reine Ätherflammen,
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Und wirbeln in verklärtem Glanz
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Zu einem hellen Sternenkranz
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Sich um mein Haupt zusammen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Müller
(17941827)

* 07.10.1794 in Dessau, † 30.09.1827 in Dessau

männlich, geb. Müller

deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts (1794-1827)

(Aus: Wikidata.org)

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