Dasselbe noch einmal

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Wilhelm Müller: Dasselbe noch einmal (1810)

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Die Abendnebel sinken
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Hernieder kalt und schwer,
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Und Todesengel schweben
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In ihrem Dampf umher.

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Gehüllt in meinen Mantel,
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Den Spieß an's Herz gedrückt,
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Schau' ich empor zum Berge
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Und träume mich beglückt.

9
Er steigt so grün und helle
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Hervor aus grauem Duft,
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Wie eine Zauberinsel
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In wogenblauer Luft.

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Der letzte Strahl der Sonne
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Ruht sich auf ihm so gern,
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Mit seinem ersten Schimmer
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Grüßt ihn der Abendstern.

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Er trägt ein kleines Hüttchen,
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Ich seh's von unten kaum,
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Und vor der Hüttenthüre
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Blüht ein Zitronenbaum.

21
Darunter sitzt mein Mädchen,
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Die Spindel in der Hand,
23
Und spinnt und sinnt und schauet
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Herab in's ebne Land.

25
Es lodert helles Feuer
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Hier unten in der Nacht,
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Das ihr die Stätte weise,
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Wo ihr Geliebter wacht.

29
Mein gellend Hifthorn richt' ich
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Hoch in die Luft empor,
31
Die Wiederhalle tragen
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Den Klang zu ihrem Ohr.

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Und ist das Horn verklungen
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Und glimmt das Feuer aus,
35
Geliebte, geh' und pflücke
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Mir einen Blumenstrauß.

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Und wirf ihn von der Höhe
38
Mit einem Gruß herab,
39
Dann tragen schnelle Winde
40
Ihn auf mein frisches Grab.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Müller
(17941827)

* 07.10.1794 in Dessau, † 30.09.1827 in Dessau

männlich, geb. Müller

deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts (1794-1827)

(Aus: Wikidata.org)

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