Erst waren wir nur Banden

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Betty Paoli: Erst waren wir nur Banden Titel entspricht 1. Vers(1854)

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Erst waren wir nur Banden,
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Die sich zusammenfanden
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Im Wald und auf der Höh'.
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Doch ändern sich die Lose!
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Wir sind nunmehr die große
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Katholische Armee!

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Erst fehlt' es uns an Waffen!
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Doch, wie die zu beschaffen,
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Sich keiner lang besann.
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Da mochte Ein's nur frommen:
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Dem Feind sie abgenommen
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Im Kampf Mann gegen Mann! –

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Wenn draußen Schüsse knallen,
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Wird in den Kirchen allen
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Um Sieg für uns gefleht!
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Es feiet uns're Leiber
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Der Greise, Kinder, Weiber
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Inbrünstiges Gebet!

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Und Führer, ohne gleichen
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In aller Herren Reichen,
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Die wurden uns zu teil!
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Wenn sie voran uns schreiten,
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Zur Lust wird dann das Streiten,
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Kein Weg dünkt uns zu steil!

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Da steht in erster Reihe
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Herr von Bonchamp! die Weihe
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Des Ruhm's empfing er lang,
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Als er, noch jung an Jahren,
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Mit grimmig wilden Scharen
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Im Morgenlande rang!

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Ungläub'gem Heidenvolke
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War er die Wetterwolke,
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Daraus der Blitzstrahl bricht!
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Jetzt geht mit schlimmern Heiden,
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Die selbst vom Heil sich scheiden,
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Er strafend in's Gericht!

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Ihm ist, der unsrem Kreise
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Entsproß, der gute, weise
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Cathelineau gesellt.
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Als Bauernkind geboren,
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Führt er, von Gott erkoren,
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Jetzt Heere in das Feld!

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Des Amt's weiß er zu walten!
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Weiß jedem Treu' zu halten,
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Der Schutz von ihm erhofft!
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Mit seinem Leibe deckte,
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Wenn unser Zorn sie schreckte,
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Er die Gefang'nen oft! –

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Wie Gold, erprobt im Feuer,
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So wert ist uns, so teuer,
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Lescure, der edle Graf!
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Es schmerzet keine Wunde,
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Hört man aus seinem Munde
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Das Lob: »Ihr kämpftet brav!«

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Sein Herz ist ohne Listen,
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Das Herz des echten Christen,
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Dem Furcht und Sünde fremd.
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Scharf seines Degens Schneide!
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Doch unter seinem Kleide
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Trägt er ein här'nes Hemd. –

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Wer aber ist's, daß Nähe
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Den Sieg verbürgt, noch ehe
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Sein Arm ihn uns verlieh?
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Wer ist's, für den das Leben
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Wir alle freudig gäben?
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Es ist Monsieur Henri!

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Mit seinen blonden Haaren,
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Mit seinen zwanzig Jahren,
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Scheint er noch halb ein Kind.
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Doch seht sein Antlitz glühen,
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Seht seine Augen sprühen,
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Wenn das Gefecht beginnt!

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Kein Kind, ein Mann und Ritter,
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Schlägt zürnend er in Splitter
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Die finstre Höllenmacht!
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Wer, der im Schlachtentosen
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Ihn sah, hat nicht des großen
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Sankt Michael gedacht?! –

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Der Graf Montrey, an Treue
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Und kühnem Mut ein Leue,
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Der tapfre Herr d'Elbée,
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Die Starken, die Gerechten,
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Sind in des Unglücks Nächten
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Die Sterne der Vendée!

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Von manchen andern Helden
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Wüßt' ich wohl noch zu melden,
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Doch sei's für heut genug!
88
Schon formen sich die Reihen,
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»macht fertig!« hör' ich schreien, –
90
Nach Nantes geht unser Zug!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Betty Paoli
(18141894)

* 30.12.1814 in Wien, † 05.07.1894 in Baden bei Wien

weiblich, geb. Paoli

österreichische Lyrikerin, Novellistin, Journalistin und Übersetzerin

(Aus: Wikidata.org)

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