1.

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Betty Paoli: 1. (1854)

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Geliebtes Kind! zum Trost, daß ferne
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Von dir die Welle mich verschlug,
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Wie ruf' ich mir so oft, so gerne
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Zurück dein Antlitz, Zug für Zug!
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Als wärst du leibhaft mir erschienen
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Stehst du vor mir, Gebärd' und Mienen
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So hold, so sittig und so klug!

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Ja! tief hab' ich es eingesogen,
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Dein Bild in meiner Seele Grund!
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Ich seh' der Stirne reinen Bogen,
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Das zarte Kinn, den weichen Mund,
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Der Augen klare Lichtkristalle,
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Das blonde Haar, im lock'gen Falle
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Umspielend des Gesichtchens Rund!

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Sie mögen neckend mir erwidern,
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Ein Schönheitwunder seist du nicht!
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Wer kann, wer mag den Reiz zergliedern,
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Der ihn mit süßem Bann umflicht?
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Wer krittelnd erst durchspäh'n die Züge,
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Aus denen ohne Falsch und Lüge
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So rein der Strahl des Himmels bricht?

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Ich weiß nur eines: wenn verlocken
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Mich will ein trügerisches Licht,
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Die Leidenschaft mit Sturmesglocken
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Zu dem bethörten Geiste spricht:
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Dann kämpft den wilden Aufruhr nieder,
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Des Friedens Klarheit schenkt mir wieder
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Ein Blick in dieses Angesicht!

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Und wenn ich zu erliegen meine
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Des Tagwerks dumpfem Einerlei,
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Ein einz'ger Blick auf dich, du Meine!
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Und ich bin wieder stark und frei.
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O du mein Licht auf dunklem Pfade!
34
Du Zeugnis mir von Gottes Gnade!
35
Du mir im Herbst erblühter Mai!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Betty Paoli
(18141894)

* 30.12.1814 in Wien, † 05.07.1894 in Baden bei Wien

weiblich, geb. Paoli

österreichische Lyrikerin, Novellistin, Journalistin und Übersetzerin

(Aus: Wikidata.org)

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