Es giebt zwei selige Gefühle

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Betty Paoli: Es giebt zwei selige Gefühle Titel entspricht 1. Vers(1854)

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Es giebt zwei selige Gefühle,
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Die unser Herz erst dann erfaßt,
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Wenn in des Lebensmittags Schwüle
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Des Morgens duft'ger Reiz verblaßt.
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Dann kommen jene Engel beide,
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Die Gott zu unserm Trost bestellt:
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An der Natur die heil'ge Freude,
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Die Liebe zu der Kinderwelt.

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So lang auf sturmdurchfurchter Welle
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Der Leidenschaft die Seele schwankt,
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Der Erde Lust, die Qual der Hölle
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Um unser Inn'res wild sich zankt,
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In brennenden Verlangens Grimme
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Die Jugend ihre Schlachten ficht,
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So lang dringt ihre sanfte Stimme
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Durch des Orkanes Toben nicht.

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Erst, wenn der Wünsche wilde Horden
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Entmuthigt flieh'n, besiegt und bleich,
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Erst, wenn es still in uns geworden,
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Beginnet jener Engel Reich:
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Wie Christus einst den Armen, dienen
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Sie mild des Glücks verstoss'nem Sohn,
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Und bau'n auf rauchenden Ruinen
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Ihm einen neuen Freudenthron.

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Tief selige Mysterien künden
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Im Rauschen sie des Abendwinds,
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Des Trostes lichten Strahl entzünden
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Sie in dem großen Aug' des Kinds,
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Das Herz, das sich in banger Scheue
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Verschloß, von Bitterkeit geschwellt,
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Sie knüpfen liebend es aufs neue
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An Gott und seine schöne Welt.

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Und wer sich ihnen hingegeben,
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Wer sich zu ihren Treuen schwur,
35
Der lebt ein tausendfaches Leben
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Im Keimen aller Creatur!
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Der Winter, der mit starren Banden
38
Den schwerbedrängten Sinn umeis't,
39
Er hat ihn siegreich überstanden
40
Und Frühlingsdüfte trinkt sein Geist!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Betty Paoli
(18141894)

* 30.12.1814 in Wien, † 05.07.1894 in Baden bei Wien

weiblich, geb. Paoli

österreichische Lyrikerin, Novellistin, Journalistin und Übersetzerin

(Aus: Wikidata.org)

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