Die Stunde, die nicht Wachen mehr

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Betty Paoli: Die Stunde, die nicht Wachen mehr Titel entspricht 1. Vers(1854)

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Die Stunde, die nicht Wachen mehr,
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Und noch des Schlafes Gut nicht spendet,
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Sie ist's, die aller Foltern Heer
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Verräth'risch gegen mich entsendet.

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Ob mich der Blitz des Himmels trifft,
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Willkommen biet' ich den Gewittern!
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Doch jener Stunde schleichend Gift
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Macht mein gestähltes Herz erzittern.

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Da sind die Waffen hingelegt,
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Womit ich muthig kämpf' am Tage,
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Die hingeschied'ne Sehnsucht regt
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Sich leis' in ihrem Sarkophage.

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Da strahlt voll schmerzenreicher Huld
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Dein Aug auf mich im Liebesscheine
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Und fragt mich: Wessen ist die Schuld,
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Daß du nicht mein, du ewig Meine?

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Da übertönt dein süßer Laut
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Des Lebens tosende Orkane,
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Und fragt: Du meine Geistesbraut!
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Liebst du mich auch, wie ich es ahne?

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So ruft's, und jeder Natter Stich,
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Das tiefe Elend ist vergessen!
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In wilder Inbrunst möcht' ich dich
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An meinen Busen jauchzend pressen.

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Mein Geist flammt auf zu Gottes Lob,
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In meinem Aug' glänzt eine Zähre,
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Mein Herz erbebt und schwillt, als ob
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Ich nicht schon längst gestorben wäre.

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Hinweg du böser Spuk! zurück,
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Du bängster von den Schrecken allen,
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Um ewig unerreichbar Glück
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Ruh'los, ein irrer Geist, zu wallen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Betty Paoli
(18141894)

* 30.12.1814 in Wien, † 05.07.1894 in Baden bei Wien

weiblich, geb. Paoli

österreichische Lyrikerin, Novellistin, Journalistin und Übersetzerin

(Aus: Wikidata.org)

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