Du kennst mein tiefstes Wesen nicht

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Betty Paoli: Du kennst mein tiefstes Wesen nicht Titel entspricht 1. Vers(1854)

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Du kennst mein tiefstes Wesen nicht,
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Und kennst den Zweck nicht meiner Sendung,
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Verlangest du, daß mein Gedicht
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Anstrebe freudige Vollendung.

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Nein! Gott hat mich nicht ausgesandt
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Und hat die Kraft mir nicht gegeben,
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Um glorreich, mit geweihter Hand
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Des Sieges Palmen zu erstreben.

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In Marmor prange und in Erz,
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Der Name deß, der sie erstritten.
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Ich bin nichts weiter als ein Herz,
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Das viel geliebt und viel gelitten.

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Und meine ganze Poesie
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Ist nur ein lautes Offenbaren
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Von all den stillen Schmerzen, die
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Des Weibes Seele kann erfahren.

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Wohl wär' es doppelt schön und groß
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Als starker Tröster zu erscheinen,
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Doch ich, ach! ich verstehe bloß
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Mit der bedrängten Schaar zu weinen. –

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Was einst Johannes sprach, das spricht
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Mein Herz ihm nach mit leisem Beben:
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Ich selbst bin der Messias nicht
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Und soll von ihm nur Zeugniß geben.

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Das Licht, das läuternd und verklärt,
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Den Strahl der Weihe soll entzünden,
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Ich bin es nicht und bin kaum werth
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Euch nur sein Nahen zu verkünden.

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Das Amt, das mir der Herr beschied,
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Wozu er Kraft verlieh der Schwachen,
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Kein andres ist's als durch das Lied
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Die Sehnsucht brünst'ger anzufachen.

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Und wenn euch klar, was ihr vermißt,
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Wenn euer Geist verstört, beklommen
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Des Abgrunds Tiefe ganz ermißt,
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Dann wird vielleicht der Tröster kommen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Betty Paoli
(18141894)

* 30.12.1814 in Wien, † 05.07.1894 in Baden bei Wien

weiblich, geb. Paoli

österreichische Lyrikerin, Novellistin, Journalistin und Übersetzerin

(Aus: Wikidata.org)

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