1.

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Betty Paoli: 1. (1854)

1
Bange nicht vor künft'gen Tagen,
2
Vor der Liebe Unbestand!
3
Herzen, die wie unsre schlagen
4
Eint ein unzerreißbar Band!

5
Geister, die wie unsre streben
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Zu der Wahrheit Sonnenbahn,
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Sind dem wechselvollen Leben
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Nun und nimmer unterthan.

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Hat uns denn ein Bund vereinet,
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Wie ihn jeder Tag gebiert,
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Wo geküßt, gelacht, geweinet,
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Endlich auch geschieden wird?

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Unsre Liebe ist Erkennen,
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Streben nach dem gleichen Ziel!
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Was kann solche Liebe trennen,
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Unerreicht vom Schicksalsspiel?

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Tausend Lichtgedanken ranken
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Sich um uns und halten fest,
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Ohne Weichen, ohne Wanken,
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Dich an meine Brust gepreßt.

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Einen engen Pfad bestrahlen
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Gleiche Sterne dir, wie mir, –
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Könnt' ich auf dem rauhen, schmalen,
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Jemals trennen mich von dir?

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Möglich, daß in künft'gen Zeiten
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Andrem Glück dein Wunsch noch winkt,
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Und den Born der Seligkeiten
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Einst von fremden Lippen trinkt.

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Möglich, daß in neuer Regung
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Einst auch meine Seele schwillt
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Und in stürmischer Bewegung
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Hin sich neigt zu fremdem Bild:

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Doch den Geistesbund zu brechen,
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Der sich leuchtend um uns flicht,
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Und dich von mir loszusprechen, –
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Das, mein Lieb, vermagst du nicht!

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Doch dein Lieben zu vergessen
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Einst bei andrer Augen Schein,
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Glaube mir, ich werde dessen
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Nun und nimmer fähig sein.

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Drum, ob sich auch unsre Seelen
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Einst auch beugen neuem Joch,
43
Wird uns Freundschaft stets vermählen,
44
Und der Bund bleibt ewig doch!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Betty Paoli
(18141894)

* 30.12.1814 in Wien, † 05.07.1894 in Baden bei Wien

weiblich, geb. Paoli

österreichische Lyrikerin, Novellistin, Journalistin und Übersetzerin

(Aus: Wikidata.org)

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