Bei der Kriegserklärung Frankreichs

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Felix Dahn: Bei der Kriegserklärung Frankreichs (1873)

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Und ob zerklüftet und zergliedert
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Des deutschen Volkes Herrlichkeit,
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So tief ist's, Welscher, nicht erniedert,
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Daß es dem Schlag die Wange leiht.
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Wohl ging uns Unglück und Betörung,
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Ein böser Schatte, lange nach,
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Doch nun genug der Selbstzerstörung,
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Genug des Zwistes und der Schmach!

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Wohl fiel dein kaiserlich Geschmeide,
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Germania, dir von Brust und Haupt,
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Wohl hat von deinem reichen Kleide
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Manch' edel Stück der Feind geraubt,
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Wohl hadern rings noch deine Söhne,
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Stark ist das Unrecht, schwach das Recht,
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Fern von des Friedens heil'ger Schöne,
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Schwer ringend schafft noch dies Geschlecht: –

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Doch hebt der Erbfeind frech die Hände
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Nach unsrer Brüder Wappenschild,
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Dann ist der Hader all' zu Ende,
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Der Streit im Elternhaus gestillt,
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Und Nord und Süd im heil'gen Grimme
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Vereint der Ruf der Ehre sie,
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Und donnernd tönt's aus Einer Stimme:
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»hie deutsches Schwert und Deutschland hie.«

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Das ist kein Krieg um die Chimäre
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Von Thronenglanz und Fürstenruhm:
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Das ist der Kampf um Deutschlands Ehre
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Und jedes deutsche Heiligtum.

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Es tritt vor seines Hauses Pforte,
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Das frecher Übermut bedroht,
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Das deutsche Volk mit zorn'gem Worte
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Zum Kampf auf Leben und auf Tod.

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Er zwingt das Schwert uns in die Hände:
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Wohlan, so sei's nicht mehr gesenkt,
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Bis sich das Schicksal ganz vollende,
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Dem sich der Feind entgegen drängt.

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Auf! Werft den Friedebrecher nieder,
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Daß er uns nie mehr schaden kann,
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Die edeln Marken nehmt ihm wieder,
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Die er in böser Zeit gewann.

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Laßt seh'n, ob nicht zum Vaterlande
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Das Herz des Elsaß wieder neigt,
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Wenn ihr ihm, statt der alten Schande,
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Den Spiegel deutscher Ehre zeigt.

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Mit Einem Zeichen nur gewinnen
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Das alte Reichsland werdet ihr:
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Pflanzt auf des freien Straßburg Zinnen
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Des neuen deutschen Reichs Panier!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Felix Dahn
(18341912)

* 09.02.1834 in Hamburg, † 03.01.1912 in Breslau

männlich, geb. Dahn

deutscher Jurist, Schriftsteller, Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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