Der Adler

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Felix Dahn: Der Adler (1873)

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Mein Nachbar drüben, über'm Strom,
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Der Abt der Schotten, hält zu Rom.

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Und wie du, Wald, stets neu mich labst,
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Labt ihn stets neu – ein Brief vom Papst.

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Ich gönn' es ihm! – Doch jüngst geschah
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Ein Streich ihm, den ich gerne sah.

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Den Vöglein stellt er nach mit Netzen,
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Nicht, ihrer Lieder sich zu letzen,

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Nein, weil er sie gebraten frißt,
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Wann just nicht grade Fasttag ist.

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Oft nehm' ich unbemerkt und leise
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Ihm aus dem Garn die frevle Speise,

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Und Drossel, Fink und Hänfling froh
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Entfliegen ihm mit Jubilo.

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Doch jüngst kam über ihn ein andrer,
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Ein sturmgewalt'ger Wolkenwandrer:

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Verfolgend eine Dolenschar,
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Strich über'n Main der Königsaar,

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Und flog, – er sah den Lockherd nicht, –
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Flog mitten in die Netze dicht.

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Da lief mit lautem Siegsgeschrei
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Der dicke Abt zum Fang herbei.

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Doch, als er schon ganz nahe war,
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Zerriß das ganze Garn der Aar

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Und flog so ungestüm hin dann, –
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Zu Boden, schreiend, fiel der Mann!

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Und mit den arg zerfetzten Netzen
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Wird er kein Vöglein mehr verletzen.

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Merk: Garn, für Gimpel stark genug,
30
Hemmt nicht des Königsadlers Flug.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Felix Dahn
(18341912)

* 09.02.1834 in Hamburg, † 03.01.1912 in Breslau

männlich, geb. Dahn

deutscher Jurist, Schriftsteller, Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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