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Von Licht und von Brand,
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Er schwingt, noch ein Knabe,
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Doch wehe dir, holt er dich ein, Karawane!
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Wohl recken die klugen Kamele die Ohren,
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Wohl sauset der Hengst unter blutenden Sporen!
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Vergebens: da ist er! Verloren! Verloren!
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Auf das Antlitz stürzt, was da lebet, nieder:
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Und er fliegt drüber hin – nie erstehn sie wieder.
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Da fährt er mit triefenden Locken daher,
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Und bohret und wühlt in die ewigen Tiefen,
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Wo die Perlen in nachtgrünem Dunkel schliefen,
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Und er wölbet die Wasser zu türmenden Bogen,
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Und er wirft an die Wolken die Kränze der Wogen,
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Ihm erbebet Gibraltar, das Felsenriff:
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Doch erschaut er das feste, das trotzige Schiff,
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Da frohlockt er in gellendem, jubelndem Pfiff;
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Und er faßt es und hält es und hebt es nach oben,
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Ein Freier in rasendem Liebestoben,
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Und zerreißet die Anker und wendet die Last,
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Den Kiel zu den Sternen, zum Abgrund den Mast.
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Nun zieht er, ein Mann, stark, verderblich und schön,
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Schwarzwolkig herauf über Spaniens Höh'n:
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Wie ein Adler die mächtigen Flügel gespannt,
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Wiegt lang er sich schwebend hoch ob dem Land,
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Bis daß aus dem blühenden Kranze der Städte
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Er sein Opfer erkor, das kein Gott mehr errette. –
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Wie prangt die bezinnte, die stolze Granade,
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Das edle Gebild langpflegender Zeit,
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In freudiger Kraft und Sicherheit.
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Da horch, was donnert herab die Nevade?
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Felstrümmer und Eichen und dampfenden Schnee
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Wälzt dicht er voran auf dem tosenden Pfade: –
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O wehe dir, Stadt der Paläste, weh!
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Das umerkerte Schloß, die gewölbte Moschee,
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Das Tor von Granit, das der Römer gebaut,
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Die Türme, von denen der Maure geschaut,
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O wehe dir, Stadt der Alhambra, weh! –
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Sie rühren in bangem Gebete die Glocke, –
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Da ergrimmt er und schleudert die Feuerflocke,
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Den Blitz, aus seiner nie fehlenden Hand:
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Und über die Dächer in rotem Gewand
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Hin flattert sein schrecklicher Knappe, der Brand: –
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Und siegreich aus der eroberten Stadt
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Zieht nordwärts der Held, des Zerstörens satt.
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So kömmt er gesänftigt ins deutsche Land
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Und Segen verstreut er aus warmer Hand.
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Er wandelt hinauf den geschlungenen Rhein,
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Da erblühen die Mandeln, da duftet der Wein.
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Der wilde Araber, der tödliche Schnitter,
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Wie ist er verwandelt zum höfischen Ritter!
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Und trifft er die Lilie, so wendet er sich
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Und läßt sie verblühen so klösterlich.
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Doch trifft er in hütenden Laubwerks Schoße
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Die junge, die enge, die knospende Rose, –
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Da stockt, der die Welt hat durchtobet in Eile,
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Da stockt ihm der Atem vor Lust eine Weile,
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Und tief holt er aus und versammelt die Kraft
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Und wirbt um die Knospe dämonenhaft.
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Horch, von seiner Heimat Wunderdingen
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Wie weiß er ihr liebliche Märchen zu singen:
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Von schöneren Sternen, von Zedern und Palmen,
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Von Kolibrischiller in Blütenhalmen. –
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Doch wenn er dann anhebt von ihrer Schöne,
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Wie den Stolzesten sie nur des Stolzes entwöhne,
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Und wie er nach ihr, nach ihr allein
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Durchstürme die Erde mit suchender Pein,
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Wie sie nur, ja sie nur die Stirn ihm bekröne,
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Da unwiderstehlich erklingen die Töne –
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So schmeichelnd, so flehend, so stark und so leise: –
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Da öffnet in selig erglühender Lust
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Die Knospe die wogende, schwellende Brust:
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Auf schließt sie die eng umgürteten Kreise
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Und haucht in die wellende Maienluft
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Den ersten, den süßesten Rosenduft: –
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Den trinkt er in sich bis zum innersten Kerne
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Und trägt ihn mit sich in unendliche Ferne.