Weit über die Heide bläst der Wind

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Felix Dahn: Weit über die Heide bläst der Wind Titel entspricht 1. Vers(1873)

1
Weit über die Heide bläst der Wind
2
Und es nicken die Halme, so viel ihrer sind,
3
Und die grauen Wolken jagen geschwind: –
4
Da kommt es gewandert, das Heidekind.

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Ihr rotes Gelock um den Nacken ihr fliegt,
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Ein elfisch Feuer im Aug' ihr liegt,
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Die Arme sind über die Brust geschmiegt.

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So wandert und irrt und läuft sie fort,
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Sie weint keine Träne, sie spricht kein Wort,
10
Doch sie sucht bald hier, sie späht bald dort.

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Und manchmal stockt sie im wirren Lauf
12
Und schaut ringsum: zum Himmel drauf
13
Die goldenen Augen schlägt sie auf.

14
O wie edel das bleiche, das schöne Gesicht!
15
Flieh, Wanderer, flieh: – anrufe sie nicht! –
16
Eh' die Seele dir Elfenlieb' umflicht
17
Und unsägliches Sehnen das Herz dir bricht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Felix Dahn
(18341912)

* 09.02.1834 in Hamburg, † 03.01.1912 in Breslau

männlich, geb. Dahn

deutscher Jurist, Schriftsteller, Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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