In dem Jahre siebzehnhundert

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Felix Dahn: In dem Jahre siebzehnhundert Titel entspricht 1. Vers(1873)

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In dem Jahre siebzehnhundert,
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Vierundzwanzig Jahre zählend,
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Ausstudiert zu Salamanca
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Hat Alfonso de Vidal. –

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Oheims Muntschaft ist zu Ende:
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Und zurück ins Schloß der Väter
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An dem blauen Manzanares
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Kehrt er als sein eigner Herr.

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Aber vor dem Scheiden will er
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Noch das Abenteuer krönen,
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Das geheimnisvoll schon lang' ihm
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Aus dem »Haus der Schönen« winkt.

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»haus der Schönen« heißt die Villa,
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Lauschend in Granatenbüschen,
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Daran täglich die Studenten
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Gehn vorüber ins Kolleg.

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»haus der Dreie«: denn es wohnen –
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Die Studenten wissen's! – drinnen
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Eine Tante und zwei Nichten: –
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Alle drei bezaubernd schön!

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Donna Laura heißt die Tante:
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Junge Witwe, feurig, üppig,
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Schwarzgelockt: daß sie zu mager, –
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Selbst der Neid behauptet's nicht.

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Braune Zöpfe trägt Ximene,
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Rote Flechten Donna Sancha:
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Ob die Tante, ob die Nichten,

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Zwei Gemester disputierten
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Die Studenten Salamancas
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Eifriger um diese Frage,
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Als um Aristoteles.

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Und so oft Alfons vorüber
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Schritt den grünen Gitterläden,
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War es Morgens, war es Abends, –
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Eine Blume glitt herab.

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(daran war nun nichts Besondres:
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Weil Alfonso, wie wir sehen
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Werden, wie in anderm Muster,
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Schön von Wuchs und Antlitz war.)

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Aber welche von den dreien
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Lohnt den fleißigen Studenten
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So für seinen Fleiß alltäglich?
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Dies ergründen muß Alfons.

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Und er nimmt die treue Zither –
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(denn auch musikalisch war er,
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Dieser reichbegabte Jüngling)
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Und er singt im Mondenschein:

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»edle Donna, übermorgen
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Muß ich ziehn aus Salamanca:
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Darf ich morgen nacht es wagen, –
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Eine Blume wirf herab!«

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Und bevor der Ton verhallt ist,
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Sieh, schon öffnen sich drei Lädchen,
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Und es sinken ihm zu Füßen
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Wunderschöner Blumen drei.

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Eine rabenschwarze Malve:
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»das ist von der Tante Laura!«
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Eine dunkelbraune Nelke:
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»von Ximene dies, dem Bräunchen!«
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Rotes Röslein: »Sancha rot!«

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Schwer betroffen steht der Jüngling!
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»alle drei? Wie soll das werden?«
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Auf den Hut steckt er die Malve,
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An das Wams die Nelke braun!

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Doch wie er die rote Rose
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Mit der Hand führt an die Nase,
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Sieh, aus schmaler Mauerritze
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Eine vierte Blume fällt.

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Eine kleine, weiße Blüte:
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Niemals sah er ihresgleichen,
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Und ein Duft entströmt der weißen,
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Wie er niemals ihn genoß.

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An den Hut steckt zu der Malve
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Er die Rose: nur der weißen
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Blüte Duft verlangt er sehnlich,
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Die er hält in seiner Hand.

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In der nächsten Nacht im runden
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Saale steht des ersten Stockwerks
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Don Alfons, die seidne Leiter
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Zieht er nach auf den Balkon.

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(nun darf das euch nicht befremden,
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Daß er solch ein Werkzeug hatte:
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Dies gehört in Salamanca
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Nun einmal zum Studium.)

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Sieh, drei Schlafgemächer münden
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Mit den Türen in den Rundsaal,
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Nur ein Vorhang deckt die Öffnung,
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Welche zu der Treppe führt.

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Aus der Osttür tritt in roten
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Flechten Sancha: – doch der Vorhang
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Wallt so seltsam: – er verscheucht sie.
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Auf die Schwelle nun im West

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Schwebt die bräunliche Ximene:
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Doch ein weißes Füßlein streckt sich
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Schüchtern unterm Vorhang in den
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Rundsaal, und Ximene flieht.

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Aus der Südtür stürmt da glühend
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Im Gewog der schwarzen Locken
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Tante Laura: besser als die
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Mädchen weiß sie, was sie will.

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Mag der Vorhang wehn, das Füßlein
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Kecker auf der Schwelle spielen,
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Sie erschließt ihm weit die Arme:
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»

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Aus dem Vorhang süß ein Stimmlein
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Und die Tante flüchtet zürnend.
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Aber aus dem Vorhang schwebt nun
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In den Saal ein Zaubertraum:

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Ganz gehüllt in weiße Schleier,
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Schwebt ein Kind von fünfzehn Lenzen,
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Schlank und schmal und zart und zaghaft,
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Wie ein frommes Heil'genbild.

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Lichte goldne Locken fluten
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Auf den kaum entknospten Busen,
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Und Madonnenaugen schlägt sie
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Schämig zu dem Jüngling auf.

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Dieser sinkt aufs Knie vor Staunen,
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Süße Glut durchrinnt ihn leise:
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»sprich, wer bist du? Und wie heißt du?«
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»ach, Maria bin ich nur,

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Bin das Bäslein aus Asturien.
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Tante haben und Kusinen
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Immer mich versteckt gehalten,
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Wohl weil sie sich schämten mein.

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Wann sie aus den Läden grüßten
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Alle Herrn von Salamanca,
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Ich – aus meiner Mauerritze –
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Sah verstohlen nur nach Euch!

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In den Bergen von Asturien
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Lernt' ich Künste nicht, noch Feinheit,
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Und ich weiß nicht viel zu sagen –:
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Doch ich sterbe, scheidest du!«

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Auf vom Boden sprang Alfonso,
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An die Brust riß er die Blonde:
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»o, Maria! Weiße Blume!
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Ewig, ewig bist du mein!«

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Und herab die seidne Leiter
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Trug er die verschämte Kleine,
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Und er hob sie auf sein Rößlein
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Im Gebüsche von Jasmin.

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»ach, wohin, wohin, Geliebter?«
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»auf mein Schloß am Manzanares!«
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Doch am Kloster in der Vorstadt
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Hielt er an. Nun sagt: weshalb?

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Er hielt an vor jenem Kloster,
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Um sich schleunigst traun zu lassen,
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Weil er nicht nur musikalisch,
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Sondern auch moralisch war.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Felix Dahn
(18341912)

* 09.02.1834 in Hamburg, † 03.01.1912 in Breslau

männlich, geb. Dahn

deutscher Jurist, Schriftsteller, Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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