Im Falkenschloß beim blauen Rhein saß eine stolze Maid

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Felix Dahn: Im Falkenschloß beim blauen Rhein saß eine stolze Maid Titel entspricht 1. Vers(1873)

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Im Falkenschloß beim blauen Rhein saß eine stolze Maid,
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Wollt' keines Mannes eigen sein: – das war gar vielen leid.

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Wie ein Edelhirsch das Haupt sie trug, nicht wie ein minnig Weib:
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»ich bin mir selber Manns genug, frei bleibt mein Herz, mein Leib.«

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Sie lud zum Hohn die ganze Zahl der Freier aufs Falkenschloß,
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Das Auge sank vor der Schönheit Strahl, der prächtig sie umfloß.

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Die Grafenkron' im schwarzen Haar, im seidnen Hochzeitskleid,
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Ihr Blick flog spottend durch die Schar: »Ihr Herrn, ich bin bereit!

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Ist einer unter euch, der sich hält meiner Minne wert?«
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Sie schwiegen all'. – »Frau Gräsin, ich!« – rief einer und schlug ans Schwert.

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Das war der Graf von Lützelstein, trat vor in Waffen licht:
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Ihr Strafblick flammte wie Feuerschein, er senkte die Wimper nicht.

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»wer seid Ihr? Hab' Euch nie geschaut!« – »Kam jüngst vom Grab des Christ
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Und wollte sehn die Niemandsbraut, die sich so hoch vermißt.«

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Ihr Herz schlug warm, ihr Herz schlug bang, ins Antlitz Glut ihr trat:
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Und mild war ihrer Stimme Klang, als streng sie Frage tat:

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»und welch' Verdienst so überreich die Zuversicht Euch schafft?«
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»des Weibes voller Schöne gleich wiegt volle Manneskraft.«

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Er sprach's und warf den Handschuh hin den Freiern allzumal:
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»wer glaubt, daß ich's nicht würdig bin, bestreit' es mit dem Stahl!«

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Da vor allen aus dem Ritterkreis hob sie den Handschuh auf:
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Ihr Auge blickte zu ihm leis und schön wie nie hinauf.

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Sie setzte die Grafenkrone still wohl auf sein hohes Haupt:
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»gern Euer Weib ich werden will, wenn Ihr mich würdig glaubt.« –

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Im Falkenschloß beim blauen Rhein saß eine stolze Maid:
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Die hat der Graf von Lützelstein an einem Tag gefreit.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Felix Dahn
(18341912)

* 09.02.1834 in Hamburg, † 03.01.1912 in Breslau

männlich, geb. Dahn

deutscher Jurist, Schriftsteller, Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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