Die letzten Ritter von Marienburg

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Felix Dahn: Die letzten Ritter von Marienburg (1873)

1
Sie sahen, sie waren verloren, verlassen in Jammer und Not:
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Da brachen sie aus den Toren und suchten freudigen Tod.
3
Ein Greis, ein Mann und ein Knabe, das waren die letzten drei:
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Viel Heiden sanken zu Grabe mit gellendem Todesschrei.
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»hie Christus!« in blonden Locken mit dem Banner der Knabe rief,
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Bis er spürte den Herzschlag stocken – der Litauerpfeil traf tief.
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»hie Deutschland!« rief der Alte mit dem wallenden Silberhaar,
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Bis ihm mit blut'ger Spalte der Helm zerschroten war.
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Doch stumm, mit schrecklichem Schweigen, der dritte schreitet durchs Feld:
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Das war ein grimmer Reigen: wen er erreicht, der fällt.
11
Es splittern Pfeil' und Speere an seiner schwarzen Brust:
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Er trägt nicht Wappenehre, er zeigt nicht Farbenlust:
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Ein schwarzes Schwert er wieget, ihn deckt nicht Helm, nicht Schild,
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Um bleiche Wangen flieget sein schwarz Gelock so wild,
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Sein dunkles Auge leuchtet, sein Mund bleibt schrecklich stumm,
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Die schwarze Brünne feuchtet von Blute sich ringsum. –
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Ein Heer hat er erschlagen, das schwarze Schwert ward rot,
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Die Heiden fliehen und jagen und kreischen: »Das ist der Tod.«
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Und als er geblieben alleine, aufseuzt' er tief und laut:
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Dann glitt er am moosigen Steine ins duftende Heidekraut,
21
Und als verschollen die Hufen, da hat er in Todespein
22
Noch einen Namen gerufen: – den hörte nur Gott allein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Felix Dahn
(18341912)

* 09.02.1834 in Hamburg, † 03.01.1912 in Breslau

männlich, geb. Dahn

deutscher Jurist, Schriftsteller, Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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