Lied des gefangenen Königs

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Felix Dahn: Lied des gefangenen Königs (1873)

1
Fesseln binden meine Hände:
2
Ringsum Wächter, Mauern, Erz:
3
Sehnsucht, Sehnsucht sonder Ende
4
Trägt hinaus mein krankes Herz.

5
Dunkle Tannen hör' ich rauschen
6
Und den Maiwind durch die Nacht,
7
Wilde Rosen unten lauschen,
8
Sterne droben gehn in Pracht.

9
Werd' ich je dahin mich retten,
10
Wo da Liebe wohnt und Glück,
11
Oder halten diese Ketten
12
Bis zum Tode mich zurück?

13
Sei's denn! bis zum Tode quäle
14
Diesen Leib der Kerker hier:
15
Doch zum Himmel frei die Seele
16
Trägt ein schöner Engel mir.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Felix Dahn
(18341912)

* 09.02.1834 in Hamburg, † 03.01.1912 in Breslau

männlich, geb. Dahn

deutscher Jurist, Schriftsteller, Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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