Die Islandfahrer

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Felix Dahn: Die Islandfahrer (1873)

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»ihr Segelbrüder, habt acht, habt acht!
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Hängt über den Schiffsrand Schilde:
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Von bösen Gewalten, von Riesen umwacht
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Sind Islands öde Gefilde.

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Ich hüte den Bugspriet: und schwömme daher
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Der Midhgardhwurm an den Nachen –
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Ich durchhieb' ihm das Haupt! – Du, Eisbart Swer,
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Mit dem Speer sollst das Steuer bewachen.

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Und hebt sich die Haffrau aus kreiselndem Meer,
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Greift spritzend sie über die Planken, –
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Dann wehrt mit den Schilden und bohre den Speer
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Ihr, Eisbart, tief in die Flanken.

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Doch getrost nun, Genossen! Das Land ist nah:
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Noch wenige Ruderschläge!
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Nur meidet die dräuende Klippe mir da,
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Die umbrandete, zackige Säge! –

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Seht, hart vor dem Bug uns der Balken schwimmt:
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Mein First einst im Hofe zu Leimath:
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Wo er landet, empfängt uns, götterbestimmt,
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Die Scholle der neuen Heimat.

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Die alten Runen, geritzt vom Ahn,
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Er trägt sie, die Odhalsmarken,
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Als Landnahmezeichen vorauf dem Kahn:
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Denn die Erde gehört dem Starken.

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Wo er antreibt, bau' ich des Freihofs Wehr
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Uns aus Norges trotzigen Eichen:
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Laß sehn, ob über das weite Meer
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König Haralds Arm wird reichen.

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Und den Giebel schmück ich – Thôr gebeut's –
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Mit dem Hammer und mit zwei Lanzen:
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Laß sehn, ob der Pfaff das Christenkreuz
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Wird über das Haupt uns pflanzen.

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Schon landet der Balken, es knirscht das Boot!
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An das Ufer mit hurtigen Füßen!
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Aus dem Feuerberg flammt heiliges Rot,
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Die letzten Heiden zu grüßen.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Felix Dahn
(18341912)

* 09.02.1834 in Hamburg, † 03.01.1912 in Breslau

männlich, geb. Dahn

deutscher Jurist, Schriftsteller, Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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