»jung Hako bleib, gut rat ich dir

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Felix Dahn: »jung Hako bleib, gut rat ich dir Titel entspricht 1. Vers(1873)

1
»jung Hako bleib, gut rat ich dir,
2
Es wankt mein Schritt zu Grab: –
3
Dein sei dies stille Mädchen hier
4
Und dein mein Königsstab.

5
Arm ist der Nord, doch ist er treu,
6
Und ist dein Heimatland:
7
Der Fremde Glück birgt bittre Reu:« –
8
Doch Hako hob die Hand:

9
»nein, König Frode, dreimal nein!
10
Gib Säldas stilles Herz,
11
Gib weiserm Mann die Krone dein: –
12
Mich treibt es mittagwärts.

13
Hold ist ihr Antlitz, zart ihr Sinn,
14
Ihr Herz ist tief und rein:
15
Doch Hakos Heißherz Königin
16
Muß heißern Herzens sein!

17
Hier König über Norges Eis
18
Und Ficht' und Föhre sein,
19
Und Recht und Frieden sprechen weis'? –
20
Nein, König Frode, nein! –

21
Und ruhn zuletzt im Hügelgrab,
22
In Schlaf gewiegt vom Meer? – –
23
Behalte deinen Königstab:
24
Fort, fort drängt mein Begehr!

25
Empor auf stolzen Säulen steigt
26
Manch' Haus in Marmorglanz,
27
Von Myrt' und Lorbeer überzweigt,
28
Im Meere von Byzanz.

29
Manch Steinbild, alabasterweiß,
30
Lauscht dort aus stillem Grün,
31
Und schöner noch und lebensheiß
32
Nachtlock'ge Frauen glühn.

33
Hei! Gold und Wein und Rausch und Macht,
34
Dazwischen Kampf und Blut:
35
Ihr Segelbrüder, taucht vor Nacht
36
Den Seewolf in die Flut.

37
Eudoxia, du Kaiserkind,
38
Halt' Kron' und Gürtel fest:
39
Denn Hako Heißherz freit geschwind!
40
Auf, Seewolf, gen Südwest!« –

41
Zehn Winter flohn. – Still Abendrot
42
Lag über Meer und Strand –
43
Da stieg aus morschem Fischerboot
44
Ein müder Mann zu Land.

45
Im Kronenschmuck ging Sälda hin,
46
Am Ufer mit den Fraun, –
47
Er rief sie an: »Heil Königin!
48
Dich einmal noch zu schaun!

49
Nun scheid' ich gern! o Heimatland!
50
O Norges Tannengrün!
51
O Möwenschrei auf Dünensand,
52
O weißes Wogensprühn!

53
Wie alles kam? – Sie, Schlag auf Schlag,
54
Und Glück und Glanz und Macht,
55
Ein Weib, schön, glühend wie der Tag
56
Und – falscher als die Nacht!

57
Der Seewolf? – Tief im Griechenmeer!
58
Die Segelbrüder? – Tot!
59
Mein Eigen? Dieser Eschenspeer
60
Und jenes braune Boot.

61
Mein Herz ward siech, mein Haar ward grau –
62
Ich heisch' nur Eine Gab':
63
Gib mir, o Sälda, hohe Frau,
64
Im Heimatland ein Grab!

65
Ja, lass' im Hügelgrab mich ruhn,
66
In Schlaf gewiegt vom Meer!« –
67
Da sprach sie still: »Zehn Jahre nun
68
Harr' ich der Wiederkehr:

69
Entflieh' den Deinen nicht so gleich:
70
Du warst so lang uns fern: –
71
Nimm, Flüchtling, nimm mein Königreich: –
72
Wie sehr verlangt's den Herrn!

73
Wohl ward ich stiller noch und bleich,
74
Du weißt's nicht: Sehnsucht zehrt:
75
Doch meine Hand soll heilen weich,
76
Wo dich die Welt versehrt.« –

77
»o, Sälda, heilig Nordlandkind!
78
Nie war ich würdig dein!«
79
Sie küßten sich im Abendwind: – –
80
Aufstieg der Sterne Schein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Felix Dahn
(18341912)

* 09.02.1834 in Hamburg, † 03.01.1912 in Breslau

männlich, geb. Dahn

deutscher Jurist, Schriftsteller, Historiker

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.