Der Mann muß bald zurück vom Walde kehren: –

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Felix Dahn: Der Mann muß bald zurück vom Walde kehren: – Titel entspricht 1. Vers(1873)

1
Der Mann muß bald zurück vom Walde kehren: –
2
Er sammelt Reisholz: – lieblich neigt der Wind,
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Der Abendwind, des hohen Grases Ähren
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Und spielt im lichten Haare meinem Kind.

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Wie schläfst du süß, mein Sohn, und schlingst noch fest
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Im Schlaf um meinen Hals den weichen Arm:
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Nicht fürchte, daß die Mutter dich verläßt –:
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Ich bin bei dir: an meiner Brust ist's warm. –

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Von Osten her, da leuchtet ferner Schimmer –
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Von Eden sind's die hohen goldnen Tore:
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Die schlanken Edelpalmen seh' ich nimmer,
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Die dort umblühet stehn von buntem Flore.

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Schön war es dort! Viel heller schien die Sonne –!
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Ach, anfangs wollte mir das Herz vergehn
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Um jenes Gartens wunderhafte Wonne,
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Fühlt' ich von dorther süße Düfte wehn.

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Nun aber schweigt mir längst dies eitle Sehnen:
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Du, du, mein Kind, hast mich davon befreit:
19
Nicht geb' ich meiner Mutterliebe Tränen
20
Um jenes Paradieses Seligkeit.

21
Wenn du mich eng umschlingst mit zarten Armen,
22
Drückt unsre Schuld und Gottes Fluch mich minder:
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Ich fühl's: Gott ist ein ewiges Erbarmen:
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Er liebt uns auch, denn wir sind seine Kinder!

25
Schon flutet Dämmrung über Edens Toren:
26
Da kömmt mein Gatte: still, Freund, schreite sacht:
27
Es schläft das Kindlein, das ich dir geboren,
28
O küsse leise, daß es nicht erwacht!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Felix Dahn
(18341912)

* 09.02.1834 in Hamburg, † 03.01.1912 in Breslau

männlich, geb. Dahn

deutscher Jurist, Schriftsteller, Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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