Waldnacht

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Peter Hille: Waldnacht (1879)

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Ist das eine rüstige Nacht.
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Da fühlt man sich.
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Wie meine Schritte treffen!
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Und allen Boden wecken wollen.
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Und er gibt Antwort.
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So weit.
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So klar.
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Man meint: es ist Wort.
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So grau und fein und deutlich.
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Und riecht wie ein Kristall.
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Die graue Perle der feinen, rüstigen Nacht.
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Die nichts gibt, nichts nimmt, sein läßt.
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Und sehe ganz deutlich meines Atems, meines Lebens Baum
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Und stoße ihn vor mir aus.
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Ja, das tut wohl.
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Da könnte man immer sein.
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Immer gehn.
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Immer Leib haben.
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Als könne der nicht von uns lassen.
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Licht ist nicht zu sehen.
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Nicht oben.
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Nicht unten.
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Das machen meine Augen, meine klaren gesunden Augen.
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Juhu!
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Und habe mich je im Grübeln gekrümmt?
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Komme ja hin.
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Komme überall hin.
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Es wird wärmer.
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Wohl nur von mir aus.
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Ich bin ja alles hier.
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Und wie eigen, warm vor Leibhaftigkeit die große, weiße Wolke leuchtet.
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Wo kommt sie her?
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Was scheint sie an?
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Ist ja nirgends Licht zu sehen.
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Nirgends Licht, nirgends!
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Auch eigen?
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Wie ich.
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Und lockt so stark, so wollüstig wie sonst des
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Weibes schwellend uns empörender Frieden.
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Und so keusch wie nur die weite Welt.
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Das ganz Durchdrungene.
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Ich lese mich zurück, lese mich weiter, lese mich
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aus allen nahenden, beflissen farbigen Mantelgestalten des Haines.
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Kein Lied fällt nieder.
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Kein Vogeltraum.
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Wir selbst sind Leben.
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Eigenes Leben.
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Und einen Rausch habe ich.
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Höher als der von blödem Gegorenen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Peter Hille
(18541904)

* 11.09.1854 in Erwitzen, † 07.05.1904 in Groß-Lichterfelde

männlich, geb. Hille

deutscher spätromantischer und naturalistischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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