Das Mädchen

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Peter Hille: Das Mädchen (1879)

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Gestern noch ein dürftig Ding,
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Das so grau und albern ging,
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Nichts an ihm zu sehen –
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Und muß heut behutsam sein,
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Wie wenn im Mai die Blüten schnei'n,
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Daß nicht all verwehen.

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Wie wenn ich Blüten an mir habe,
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Als sei ich eine Gottesgabe, –
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Ein reines Wunder bin ich ja,
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Wie nie ich eins mit Augen sah.
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Und muß mich sehr zusammennehmen
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Und schämen.

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Warum? Weil ich so blühend bin,
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Und weil der Wind treibt Blüten hin,
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Die nicht am Baum erröten
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Und voller Vorsicht sind
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Und Unschuld und Erblöden –
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Der dumme Wind!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Peter Hille
(18541904)

* 11.09.1854 in Erwitzen, † 07.05.1904 in Groß-Lichterfelde

männlich, geb. Hille

deutscher spätromantischer und naturalistischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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