Literatur und Kunst

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Paul Heyse: Literatur und Kunst (1872)

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Poeten tragen sorgenlos
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Die heimlichsten Gefühle bloß;
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Doch können sie's ohne Scham nicht sehn,
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Wenn die Gedanken nackend gehn.

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Was man nicht liebt, kann man nicht machen,
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Und jeder mache, was er kann.
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Bedächten das die Starken und Schwachen,
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Die Künste wären besser dran.

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Stets bereit zu tausend Sachen
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Sind die flotten Halbtalente.
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Muß man doch nicht alles machen,
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Was man auch wohl machen könnte.

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Vermische Kunst und Leben nicht,
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Mach nicht dein Leben zum Gedicht,
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Du möchtest sonst die Kraft verbrauchen,
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Der Dichtung Leben einzuhauchen.

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Gedankenarm ein traurig Los! –
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Viel lieber doch gedankenlos.

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Brauche nur immer deine Kraft,
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Ob sie auch nichts vom Höchsten schafft.
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Zum mindsten ist
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Und das tut not in unserm Norden.

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Weiter bringt dich's, auf falschen Wegen
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Rüstigen Schritts voranzugehn,
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Als auf dem rechten dich schlafen zu legen,
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Oder im Kreise dich umzudrehn.

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Alles verstehn und verzeihn wir Deutschen: das schwülstigste Pathos,
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Sentimentales Geseufz, üppige Frivolität,
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Nur unschuldige Grazie nicht. Die finden die Biedern
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Bloß affektiert, und zudem spreche sie nicht zum Gemüt.

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Was macht ihr nur so großes Wesen
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Von euren hochbelobten Alten?
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Sie konnten wohl herrlich sich entfalten,
34
Sind auch eben noch

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Paul Heyse
(18301914)

* 15.03.1830 in Berlin, † 02.04.1914 in München

männlich, geb. Heyse

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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