Jagdvergnügen

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Paul Heyse: Jagdvergnügen (1872)

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Nun knallt es wieder an allen Enden
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In Ölbaumhalden und Rebgeländen,
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Den kleinen Vögeln den Tod zu bringen,
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Die kaum erst schüchtern ihr Liedchen singen.
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Denn mit dem Frühling an dieser Küste
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Erwacht den Menschen das Mordgelüste.
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Mit Schießgewehren von allen Arten
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Schleichen sie durch den Gottesgarten,
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Zumal den Sonn- und Feiertag
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Man so am liebsten »heiligen« mag,
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Und wo sie erspähn ein klein Gefieder –
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Piff paff! – da taumelt's zerfledert nieder.
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Den armen Braten, der in zwei Bissen
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Verschluckt ist, könnten sie leichtlich missen,
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Und mit dem sprühenden Vogeldunst
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Zu treffen, ist auch keine sondre Kunst.
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Es ist nur eben ihr liebster Sport,
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Stets zu betreiben den Vögelmord,
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Und da »bekanntlich!« nicht wie wir
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Den Schmerz der Wunde spürt ein Tier,
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Auch Tiere keine Seele haben,
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Können getrost die bösen Knaben
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Singvögel in enge Käfige setzen
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Und mit Leimruten, Dohnen und Netzen
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Und Pulver und Blei nach ihnen zielen. –
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Dürft' ich nur einmal Gottvater spielen,
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Nur auf ein Stündlein, – ich führe dazwischen,
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Und wo ich irgend tät' erwischen
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Ich ließ' im von einem handfesten Engel
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Fünfzig mit feuriger Rute geben –
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Die Jagdlust verging' ihm fürs ganze Leben!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Paul Heyse
(18301914)

* 15.03.1830 in Berlin, † 02.04.1914 in München

männlich, geb. Heyse

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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