Chi bella non è

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Paul Heyse: Chi bella non è (1872)

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Ich sah im Olivenwalde
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Ein Mägdlein wandeln durchs Gras,
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Das Beeren, zerstreut auf der Halde,
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Gebückt in ihr Schürzchen las
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Und sang, als ob ihr groß Leid geschah:

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Es klang so traurig und trübe
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Von einsamer Todesstund',
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Als klagt um verlorene Liebe
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Ein nimmergeküßter Mund:
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Die Häßlichen sterben allein, ach ja!

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Da blickte sie auf, und mit Staunen
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Gewahrt' ich ein reizend Gesicht.
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Es lacht aus den Augen, den braunen,
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Ein schalkhaft blitzendes Licht.
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Mit solchen Augen, wer klagte da:

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Die Schelmin sah mit Erröten,
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Wie sehr sie den Fremdling behext,
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Fand gleichwohl nicht vonnöten,
19
Zu ändern den seufzenden Text,
20
Und sang mit Lachen, so lang sie mich sah:

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Paul Heyse
(18301914)

* 15.03.1830 in Berlin, † 02.04.1914 in München

männlich, geb. Heyse

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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