Johannes Brahms †

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Paul Heyse: Johannes Brahms † (1872)

1
Und noch ein glorreich hochgefürstet Haupt
2
Hat dieser wilde Lenz der Welt geraubt.

3
Ein Haupt, das äußrer Würden sich entschlug,
4
Doch in dem Reich der Schönheit Krone trug!

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Ihm ward in Tönen wundersamer Art
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Das tiefste Weltgeheimnis offenbart,

7
Und was zu seiner lauschenden Seele drang,
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Beseelt ausströmen mußt' es sein Gesang,

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Voll heil'gen Tiefsinns, der am stumpfen Ohr
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Der flachen Menge freilich sich verlor,

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Da leichtre Kunst am lauten Markt sich bläht
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Und Zügelloses hoch im Preise steht.

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Er aber schritt, nicht buhlend um Gewinn
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Gemeinen Ruhms, mit heitrem Mut dahin,

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Gestärkt, beseligt durch der Muse Kuß,
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Die immer treu blieb seinem Genius,

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Bis dann in Süßigkeit und herber Kraft
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Den Neid beschämte seine Meisterschaft

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Und zu den Treuen, die ihn früh erkannt,
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Ein endlos Volk sein Zauber überwand.

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So, da die Welt vernahm: nach schwerer Pein
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Ging dieser Herrliche zum Frieden ein,

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Erscholl nur eine Klage weit ringsum,
24
Daß nun die goldne Sängerlippe stumm.

25
O wohl! Der Müde schläft am stillsten Ort,
26
Doch sein Gesang tönt unvergänglich fort,

27
So wie im Weltall, wenn ein Stern versinkt,
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Sein Licht noch lang sich durch den Äther schwingt

29
Und in das Auge, das gen Himmel blickt,
30
Noch einen Strahl der Freude niederschickt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Paul Heyse
(18301914)

* 15.03.1830 in Berlin, † 02.04.1914 in München

männlich, geb. Heyse

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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