Geisterbannung

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Paul Heyse: Geisterbannung (1872)

1
Der Tag ist trüb, die Welt ist grau,
2
Wie Bodensaß in schalem Wein,
3
Und hätt' ich nicht die liebe Frau,
4
Wohl schlich' ein böser Geist sich ein.

5
Der Märzwind im Kamine raunt,
6
Strichregen an die Scheiben sprüht,
7
Nur Sie ist immer holdgelaunt
8
Und um mein Seelenheil bemüht.

9
Vom nächsten Sommer spricht sie mir,
10
Wo unsre Kinder bei uns sind.
11
Mir klingt die liebe Stimme schier,
12
Als hört' ich schon den Frühlingswind.

13
– O sieh, schon länger wird der Tag,
14
Die Sonne gibt sich redlich Müh'.
15
Heut morgen ward von Amselschlag
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Ich schon geweckt in aller Früh',

17
Und hab' im Garten zart und frisch
18
Die ersten Veilchen schon gesehn.
19
Hier stell' ich sie auf deinen Tisch;
20
Du aber sollst ins Freie gehn.

21
Du hast zu viel geträumt, gedacht,
22
Bis dir das Blut am Herzen stockt.
23
Die Mutter kommt heut auf die Nacht,
24
Dann wird geplaudert und tarockt. – –

25
Der Tag ist trüb, die Welt ist grau,
26
Doch warm und heiter ist's im Haus.
27
Das Lächeln einer lieben Frau
28
Treibt alle bösen Geister aus.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Paul Heyse
(18301914)

* 15.03.1830 in Berlin, † 02.04.1914 in München

männlich, geb. Heyse

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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