6.

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Paul Heyse: 6. (1872)

1
Wohl fühl' ich, daß der Schmerz gelinder wird,
2
Wenn durch den Dreiklang dieser rauhen Saiten
3
In dumpfer Melodie mein Finger irrt.
4
Eintönig wie das Lied der Amme gleiten
5
Die Klänge mir ums Herz und stillen drin
6
Die Klagestimmen, die sich schwer bestreiten.
7
Und wenn ich so in Schlaf gesungen bin,
8
Tritt das geliebte Bild mit hellen Zügen,
9
Ein Traumgesicht, leibhaftig vor mich hin.
10
Wie gern, wie dankbar laß ich mich betrügen
11
Und schwelg' im Wahne, wieder Hand in Hand
12
Und Mund an Mund und Herz an Herz zu schmiegen.
13
Ich seh' mein Kind, so wie es vor mir stand,
14
Horchend, wenn ich ein Liedchen sang und pfiff,
15
Die großen Augen fest auf mich gewandt;
16
Wie's mit den Händchen in den Bart mir griff
17
Und jauchzt' im Übermut und, mich zu herzen,
18
Mit ros'gen Fingern mir die Wange kniff.
19
Doch mitten unter Spiel und Lust und Scherzen
20
Zerrinnt der Traum; die Saiten gellen scharf,
21
Und jäh erwachend leid' ich größre Schmerzen;
22
Daß ich auf Musentrost nicht hoffen darf
23
Und nur zu wohl verstehe, wie es kam,
24
Daß Saul den Speer nach jenem Knaben warf,
25
Der singend ihn betrog um seinen Gram.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Paul Heyse
(18301914)

* 15.03.1830 in Berlin, † 02.04.1914 in München

männlich, geb. Heyse

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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