Der Abgott der Pariser Bühne

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Gottlieb Konrad Pfeffel: Der Abgott der Pariser Bühne Titel entspricht 1. Vers(1786)

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Der Abgott der Pariser Bühne,
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Der unnachahmliche Racine,
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Trat kaum aus Charons schwarzem Kahn
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So suchte der galante Dichter
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Bey dem Dekan der Höllenrichter
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Gebührend um Erlaubniß an,
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Dem Musenchor den Hof zu machen:
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Der ernste Minos strich den Bart,
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Um heimlich in die Faust zu lachen;
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Doch er bewilligte die Fahrt:
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Und um nicht lange Zeit zu kriegen,
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Nahm der Poet die Helden mit,
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Die sein Theater einst bestiegen.
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Achilles, Titus, Hyppolit,
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Und wie sich all die Herren nannten;
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Umschimmerten ihn als Trabanten,
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Die Schatten gehn im Doppelschritt:
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Sie glitschen über Berg und Seen,
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Und langten, eh sie sichs versahn,
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In den bezauberten Alleen
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Des blumichten Parnasses an.
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Hier spielten wirklich die neun Musen
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Mit frohem Lärmen blinde Kuh.
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Der Franzmann lief mit warmem Busen
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Sogleich auf Melpomenen zu;
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Der Ernst, der aus den Augen blickte,
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Der Dolch, der ihre Hüfte schmückte,
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Das schwarze Wamms, der hohe Schuh
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Ersparten ihm das lange Fragen.
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Madam, so sprach er tiefgebückt,
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Darf es dein Lieblingsdichter wagen,
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Dem du so manchen Kranz gepflückt,
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Mit den Heroen seiner Scene
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Dir aufzuwarten? Die Kamöne
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Ward roth. Wer bist du Menschenkind,
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Sprach sie zum Liebling, und wer sind
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Die Leutlein mit den seidnen Hosen?
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Hier dreht er nach der Heldenschaar
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Sich bebend um, und sieh, es war
40
Ein Trupp gekräuselter Franzosen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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