Ein Schröter, der mit einer Schnecke

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Gottlieb Konrad Pfeffel: Ein Schröter, der mit einer Schnecke Titel entspricht 1. Vers(1786)

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Ein Schröter, der mit einer Schnecke
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Im Schatten einer Weißdornhecke
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Spatzieren kroch, gerieth mit ihr
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In Streit, und zwar der Hörner wegen.
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Kaum trägt ein junger Offizier
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So stolz den neuen Troddeldegen
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Als Junker Schröter sein Geweih.
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Der Hirsch, dem wir am meisten gleichen,
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Sprach er, muß ohne Prahlerey,
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Mit seinem Kopfputz meinem weichen:
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Er dienet mir, du weist es schon,
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Zur Hand und wie dem Krebs zur Scheere,
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Im Krieg zum Schutz und Trutzgewehre,
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Und.... Alles gut, mein lieber Sohn,
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Und doch möcht ich mit dir nicht tauschen;
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Auf meinen Hörnern hat die Macht
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Des Zevs zwey Augen angebracht,
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Wodurch ich die Gefahr belauschen,
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Und die ich, rückt der Feind heran,
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Schnell, wie mich selbst, verbergen kann.
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So sprach die Schnecke. Junker Schröter
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Bestieg noch einmal den Katheder;
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Allein das Lied des Schaalthiers blieb
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Noch immer auf der alten Weise.
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Ein Amor, der auf einer Reise
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Als Schmetterling sein Wesen trieb,
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Und sich, um auszuruhn, ins Grüne
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Herabließ, mußte Schiedsmann seyn.
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Ich, sprach er mit gelehrter Miene,
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Bin für die Hörner, die man sein
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Verbergen kann; doch dächt ich wären
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Die Augen füglich zu entbehren.
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Ey, rief die Schnecke, Freund, wie so?
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Allein der kleine Schelm entfloh,
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Anstatt das Räthsel aufzuklären.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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