In seiner Wiege hörte schon

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Gottlieb Konrad Pfeffel: In seiner Wiege hörte schon Titel entspricht 1. Vers(1787)

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In seiner Wiege hörte schon
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Der Kronprinz in dem Reich der Quadrupeden
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Viel Arges von dem Wolf und seiner Mordsucht reden.
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Auch stieg er kaum auf seiner Ahnen Thron,
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So hieß es den Verräther tödten
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Und all sein Gut durch Confiscation
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Zur königlichen Kammer schlagen.
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Dem Elephanten ward die Execution
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Des ernsten Urtheils aufgetragen:
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Allein er schlug es aus, indeß die Nation,
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Besonders Ochs und Schöps, die stets am lautsten loben,
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Des Schachs Gerechtigkeit erhoben.
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»was hör ich? rief mit wildem Blick
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Die Majestät: du darfst noch widerstreben?
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Ich will ja meiner Völker Glück:
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Verwürkte nicht der Wolf sein Leben?«
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Gut, sprach der Elephant, doch auch ein Bösewicht
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Soll niemals ungehört, soll durch das Blutgericht
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Nach dem Gesetz verurtheilt werden:
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Heut strafst du den Tyrann der Heerden,
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Und morgen heißt vielleicht, auf des Verläumders Rath,
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Dein Wink den treuen Hund entleiben.
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»schweig und entferne dich! versetzt der Potentat,
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Du kannst nicht mehr mein Kanzler bleiben.«
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Er gab die Stelle dem Rhinoceroß
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Und das war gleich bereit, den Gaudieb aufzureiben.
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Der Elephant zog auf sein ödes Schloß
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Und weinte bey den Wunderthaten
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Des allzuraschen Monokraten
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Oft eine stille Thränenfluth.

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Mir grauet, edler Freund, vor unsern goldnen Zeiten;
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Das Gute, das ein Fürst despotisch thut,
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Und wär es noch so schön und noch so gut,
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Empört so sehr als Grausamkeiten.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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