Der Santon Hadem saß an der Kaskade

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Gottlieb Konrad Pfeffel: Der Santon Hadem saß an der Kaskade Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Der Santon Hadem saß an der Kaskade
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Vor Bagdad. Plötzlich drang ein Mädchen sich zu ihm,
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Selbst Venus kam nie schöner aus dem Bade:
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O hilf mir, heilger Mann! rief sie mit Ungestüm,
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Erhalte mir mein höchstes Gut, die Tugend.
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Ein Bösewicht, der junge Muselim,
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Stellt meiner unerfahrnen Jugend
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So hitzig nach, daß ich kaum widerstehen kann:
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Was soll ich thun? – Nach kurzem Schweigen
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Versetzt der Mönch: Hier ist ein Talisman;
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Der wird ihm dein Gesicht so häßlich zeigen,
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Daß er, so lang der Ring an deinem Finger steckt,
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Sich, wie durch ein Phantom geschreckt,
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Von dir entfernen wird. Die holde Schöne
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Empfängt den Schmuck aus seiner Hand
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Und danket ihm mit einer frohen Thräne.
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Es war der dritte Tag, als er am Tigerstrand
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An ihres Buhlen Arm, in einem Busch sie fand:
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Was macht der Talisman, bedrängte Nuredine?
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Rief er ihr lächelnd zu. Das arme Kind
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Verstummt, und mit verwirrter Miene
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Zog sie die Hand zurück. Der Santon war nicht blind:
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Ich hätte dich, sprach er, so hart nicht prüfen sollen;
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Wo wird ein Mädchen in der Welt,
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Auch selbst, wenn es dadurch der Unschuld Kranz erhält,
26
Dem Jüngling häßlich scheinen wollen?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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