Der strenge Wildgraf Thrasimund

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Gottlieb Konrad Pfeffel: Der strenge Wildgraf Thrasimund Titel entspricht 1. Vers(1786)

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Der strenge Wildgraf Thrasimund
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Trieb manchen Spaß mit seinem Hund.
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Ein Pudel wars, den er auf türkisch plagte,
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Indem er ihn oft stundenlang
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Mit leerem Bauch itzt aufzuwarten zwang,
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Itzt über einen Stock, itzt in das Wasser jagte;
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Und wenn er endlich matt und krank
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Zu seinen Füßen niedersank,
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Zu murren oder gar sich zu verkriechen wagte,
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So ward er aus dem Todesschlaf
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Mit hundert Prügeln auferwecket.
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Einst hatte der erlauchte Graf
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Das fromme Thier bis auf das Blut genecket;
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Da schluchzte Fräulein Adelgund,
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Zu edel und zu sanft des Henkers Kind zu heißen:
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Ach Vater, schlagt den armen Hund
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Doch nicht so hart! Er wird euch wohl noch beißen.
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Mich beißen? dummes Ding, versetzte Trasimund,
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Ha, damit hat es gute Wege;
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Was gilts, er denkt nicht mehr an die empfangnen Schläge?
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Sieh nur!... Hier spuckt er aus. In vollem Lauf
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Macht sich der Hund herbey und leckt den Speichel auf.

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Ihr Völker! wollt ihr nicht, daß euch die Fürsten zwingen
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Bald über ihren Stock, bald in die Fluth zu springen,
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So spiegelt euch an diesem armen Wicht
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Und lecket ihren Speichel nicht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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