Belinde war das schönste junge Weib

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Gottlieb Konrad Pfeffel: Belinde war das schönste junge Weib Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Belinde war das schönste junge Weib;
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Doch kein vollkommner Glied fand sich an ihrem Leib,
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Als ihre Zunge. Welche Plage
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Für ihren guten Mann! Doch war ihr Cleon lieb,
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So gern er auch im Trinkgelage
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Der Grillen finstern Schwarm vertrieb.
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Um unverhofft ihn zu erfreuen,
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Ließ sie sich insgeheim von einer Meisterhand
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In Lebensgröße conterfeyen
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Und hieng das Bildniß an die Wand.
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Nun kam der Mann nach Haus, und zwar vom Zechen;
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Er sah das Bild – – Sie ists vom Hute bis zum Schuh,
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Rief er, und hielt, aus Furcht sie möchte sprechen,
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Sich schnell die beyden Ohren zu.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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