Erinnerungen auf dem alten Schlosse zu Baden

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Max von Schenkendorf: Erinnerungen auf dem alten Schlosse zu Baden (1800)

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Wir stehen hier und schauen
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In ein gelobtes Land.
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Ringsum die deutschen Gauen,
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Gebaut von deutscher Hand.
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Doch dort an den Voghesen
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Liegt ein verlornes Gut,
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Da gilt es deutsches Blut
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Vom Höllenjoch zu lösen.

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Wir denken an den Starken,
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Der diesen Bau gethürmt,
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Er hat des Landes Marken
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Mit guter Treu geschirmt;
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O Markgraf, Markgraf, weine,
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Man spielte böses Spiel,
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Und wie dein Haus, zerfiel
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Das schöne Land am Rheine.

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Wie sie das Reich erbauten
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Nach ihrer besten Kunst,
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Die Männer, und vertrauten
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Auf sich und Gottes Gunst;
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Da galt noch hohes Trachten
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Und ächter Rittersinn,
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Nach jenen Zeiten hin
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Zieht uns ein tiefes Schmachten.

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Und wenn die Felsen wanken,
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Der Mensch in Staub zerfällt,
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Wo bleiben die Gedanken,
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Die seine Brust geschwellt?
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Sie müssen hier noch weilen
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Auf diesen stillen Höh'n,
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So mag ihr leises Weh'n
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Auch unsre Schmerzen heilen.

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Ihr lieben alten Bilder,
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O zieht an uns vorbei,
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Daß unsre Sehnsucht milder
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In eurer Nähe sei.
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Komm altes freies Leben,
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Komm alter Sonnenschein,
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Daß wir nach langer Pein
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Das Haupt in dir erheben.

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In dieses Fensters Bogen
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Stand manche Fürstenbraut,
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Die nach des Rheines Wogen
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Wie nach dem Freund geschaut.
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Wem fließen deine Thränen,
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Du stilles frommes Kind?
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Dein Ritter kämpft und minnt,
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Der Himmel schützt dein Sehnen.

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Wo solch ein Bund geschlossen,
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Von rechter Glut und Zucht,
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Sieht man ihm bald entsprossen
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Viel edle Himmelsfrucht.
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Bemooste Steine melden
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Uns manches zarte Bild,
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Manch' Fräulein, schön und mild,
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Als Mutter vieler Helden.

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Ein fröhliches Gewimmel
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Erfüllt das ganze Haus,
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Dort rufet Schlachtgetümmel,
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Hier winkt ein Heldenstrauß:
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Denn adligem Gemüthe
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Und froher Ritterbrust
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Ist Kampf die höchste Lust,
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Ist Blut die schönste Blüte.

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Da schallt von hundert Thürmen
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Ein Ruf an jedes Herz,
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Es naht in ew'gen Stürmen
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Ein tiefer heil'ger Schmerz,
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Und alle sind getroffen
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Von wunderbarem Pfeil
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Und ziehen hin in Eil',
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Wo sie Genesung hoffen.

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Gleich bitter und gleich süße
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Erklang der fremde Laut,
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Wie bange Scheidegrüße
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Von einer fernen Braut.
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Ja winke nur, sie kommen,
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Du heilige Gestalt,
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Das Herz im Busen wallt
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Den Sündern wie den Frommen.

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Wol mag die bittre Märe
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Erweichen Stahl und Stein,
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Wie Sarazenenheere
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Des Heilands Grab entweihn.
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Die Ritter stehn im Bügel,
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Die Kreuzesfahnen glühn,
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Die Streiter Christi ziehn
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Herab von diesem Hügel.

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Was wallen jene Haufen
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Zum fernen Meeresstrand?
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Der letzte Hohenstaufen
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Kämpft um der Väter Land.
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Da geht ein tiefes Trauern
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Durch Deutschland, durch die Welt;
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Mit seinem Konrad fällt
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Ein Prinz aus diesen Mauern.

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Ist nimmer noch die Flamme
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Des Hasses groß genug?
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Es war von welschem Stamme
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Der Räuber, der ihn schlug,
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O Baden, Baden wasche
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Sein Bild in Feindesblut,
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Nicht ohne Sühnung ruht
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Der theuren Helden Asche.

105
Das hat ein Herz voll Treue
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Als Knabe hier gedacht,
107
Ein Held, ein rechter Leue,
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Der wohl das Reich bewacht.
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Prinz Ludwig war gestiegen
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An dieses alte Thor,
111
Da drang zu seinem Ohr
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Der Schall von jenen Kriegen.

113
Fort zog viel hundert Stunden
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Des Kaisers General,
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Den Türken schlug er Wunden
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Mit seinem scharfen Stahl;
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Auch baut er schöne Schanzen
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Dort unten an dem Fluß,
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Da spielt' ein Kriegergruß
120
Den Welschen auf zum Tanzen.

121
Zum stolzen Siegesmahle,
122
Zur kurzen Heldenrast
123
Baut er im nahen Thale
124
Den glänzenden Palast.
125
Da schloß er hohe Zeichen
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Der kühnen Siege ein,
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Am Donaustrom, am Rhein,
128
Ein Feldherr ohne Gleichen.

129
Das alles ist vorüber,
130
Und vor uns steht der Schmerz.
131
Und unser Blick wird trüber
132
Und schwerer unser Herz.
133
Ach, daß es nimmer hörte
134
Der sel'gen Väter Schaar,
135
Wie sich von Jahr zu Jahr
136
Das heil'ge Reich zerstörte.

137
Sie werden einst erscheinen
138
Auf diesen ernsten Höh'n,
139
Da wird man hören weinen,
140
Man wird verzweifeln sehn.
141
Die Väter werden sitzen
142
Im Grimme zu Gericht,
143
Wenn Gott sein Urtheil spricht,
144
Umstrahlt von ew'gen Blitzen.

145
Der Letzte, der hier oben
146
Gewaltet und geruht,
147
Herr Christoph, sehr zu loben,
148
Hing treu am alten Gut;
149
Er sah mit wachen Sinnen
150
Der Hölle nahen Sieg,
151
Sah Schmach und Bruderkrieg
152
In seinem Haus beginnen.

153
Er hörte viele Nächte
154
Ein Wehgeschrei vom Rhein,
155
Da hüllten güt'ge Mächte
156
Sein Haupt in Dämm'rung ein;
157
Und was er noch gesehen,
158
Die Wonne wie den Schmerz,
159
Kann erst ein deutsches Herz
160
In dieser Zeit verstehen.

161
Vom schnöden Sündenleben
162
Im Flammenbad erneut,
163
Sein deutsches Volk sich heben
164
Sah er in ferner Zeit.
165
Die Tochter sah er kommen
166
Mit Kerzen in der Hand,
167
Die sie von Moskaus Brand
168
Gen Deutschland mitgenommen.

169
Daran hat sich entzündet
170
Eine Flamme warm und klar,
171
Darauf hat sich verbündet
172
Eine edle, treue Schaar.
173
Nun darf kein Deutscher klagen,
174
Der Himmel ist uns hold,
175
Und ob der Teufel grollt,
176
Drum wird kein Mann verzagen.

177
So füllet nun die Becher
178
Mit Weine bis zum Rand,
179
Wir sind bewährte Zecher,
180
Wenn's gilt fürs deutsche Land;
181
Wir können mehr als trinken,
182
Auch beten, schlagen auch
183
Nach altem deutschem Brauch,
184
Wenn Gottes Fahnen winken.

185
Wir wollen uns verschwören
186
An diesem grauen Stein,
187
Ihr Geister sollt es hören
188
Und du dort, alter Rhein.
189
Wir wollen ehrlich fechten
190
Mit Wort und That und Schwert,
191
Bis Gott den Sieg beschert
192
Dem Wahren und dem Rechten.

193
Und wie die Epheuranke
194
Den Felsenbau umzieht,
195
Ist's auch nur ein Gedanke,
196
Der unser Herz durchglüht;
197
Die Lust an den Geschichten
198
Von alter Kraft und Treu,
199
Der Glaube, daß wir neu
200
Der Väter Haus errichten.

201
Nun zu den warmen Quellen,
202
Zum Thale folgt der Bahn,
203
Der Erde Brüste schwellen
204
Vom Segen Gottes an:
205
Der hat gar viel gegeben
206
Der stillen Menschenbrust,
207
Die süße Erdenlust
208
Und einst bei Ihm das Leben!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Max von Schenkendorf
(17831817)

* 11.12.1783 in Sowetsk, † 11.12.1817 in Koblenz

männlich

deutscher Dichter, Liedermacher und Soldat

(Aus: Wikidata.org)

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