Das Lied vom Siegerich

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Ernst Moritz Arndt: Das Lied vom Siegerich (1814)

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Von Freiheit will ich klingen –
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Das ist der höchste Klang –
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Von Freiheit will ich singen
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All, all mein Leben lang,
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Daß mächtig ihr Geläute
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Die kühnen Herzen weckt
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Und für die schönste Beute
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Der Tugend Sehnen streckt.

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Auch klingt mein Lied von denen,
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Die Stolz auf Recht und Gott
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Und hohes Herzenssehnen
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Gelockt in edlen Tod,
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Die ritterlich verblutet
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Das Leben jung und schön,
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Getrieben und gemutet
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Durch das, was wir nicht sehn.

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Denn das, was wir nicht sehen,
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Heißt Gott und Vaterland,
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Die Freiheit in den Höhen,
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Ein unsichtbares Land,
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Geliebt, geschaut im Glauben,
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Im stillen frommen Mut,
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Durch keine List zu klauben,
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Weil's ist ein hehres Gut.

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Von hohen Bergen fließet
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Ein Flüßlein in den Rhein,
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An dessen Ufern sprießet
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Ein Knabe fromm und fein
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Aus altem Heldenstamme,
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Mit Welschen nie im Kauf:
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Drum schlägt auch edle Flamme
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Aus Stamm und Wurzeln auf.

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Das Flüßlein, welches fließet
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Zum Rheine, heißt die Wied,
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Der Knabe, welcher sprießet
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Am Flüßchen, heißt Neuwied.
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Sie haben ihn genennet
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Den Viktor Siegerich:
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Der stolze Name brennet,
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Auf Taten schickt er sich.

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Er hatte seinen Weiser –
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So galt es im Geschlecht –
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Zu dienen Deutschlands Kaiser,
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Das deucht ihm Pflicht und Recht;
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Wo deutsche Fahnen wehen,
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Wo deutsche Losung schallt,
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Da muß der Siegrich stehen,
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Da treibt's ihn mit Gewalt.

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So zog in Franzens Schlachten
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Er zweimal fröhlich aus,
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Doch ach! Die Männer brachten
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Den Sieg nicht mit nach Haus:
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Da hat die welsche Rotte,
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Kühn durch des Teufels Macht,
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Den Spruch vom
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Bei vielen klein gemacht.

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Auch Siegerich den Jungen
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Hat da das welsche Glück
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Verwundet und bezwungen –
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Das deutsche wich zurück –
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Er kam in böse Bande
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Gen Straßburg an dem Rhein;
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Da beweint' er deutsche Lande
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Verwelscht und deutschen Wein.

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Er mußt' in Kerkers Mauern
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Der trüben Monde drei
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Versehnen und vertrauern,
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Da war der Kampf vorbei:
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»die Schwerter und die Lanzen,
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Ihr Krieger, steckt sie ein!
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Ihr sollt zur Hochzeit tanzen,
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Das soll der Friede sein.«

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So klingt im deutschen Lande
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Ringsum der Jammerschall:

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Nun steht der Kerker offen
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Dem Viktor Siegerich,
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Doch hin ist Lust und Hoffen,
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O Vaterland, für dich;
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Noch gibt die alte Sonne
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Dir Licht und Lebenschein,
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Doch weh! Der Freiheit Wonne
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Und Stolz ist nicht mehr dein.

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Er sieht die Welschen meucheln
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Die Ehre und das Recht,
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Er sieht die Fürsten heucheln
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Und schmeicheln gleich dem Knecht,
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Er sieht in Diademen
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Den neuen Sklavenprunk,
89
Wie sie sich übernehmen
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In Babels Hurentrunk.

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Er hört die Hochzeit schallen
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Von Habsburgs edlem Sproß,
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Hört auf den Hofer knallen
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Das feige Mordgeschoß:
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In Wien erklingt der Reigen;
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In Mantua knallt der Schuß,
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Wodurch zur Gruft sich neigen
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Der beste Deutsche muß.

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Da hat's ihn weggetrieben,
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Da war die Freude tot,
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Er wäre nicht geblieben
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Um alles Goldes Bot,
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Um Zepter und um Kronen,
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Die nicht die Ehre weiht:
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Er muß mit solchen wohnen,
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Wo Freiheit kämpft den Streit.

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Er muß mit solchen stehen,
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Die mit der Freiheit stehn,
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Drum läßt er Wimpel wehen,
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Die hin nach Westen sehn,
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Nach Spanien hin, nach Westen –
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Es klingt daher so schön –
113
Da will er mit den Besten
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Den welschen Trug bestehn.

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Nach Spanien will er reisen,
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Ins stolze Wunderland,
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In Spanien will er weisen
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Deutsch Herz und deutsche Hand;
119
Nach Spanien will er reisen,
120
Der Freiheit Heim und Haus,
121
Da hofft sein gutes Eisen
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Auf manchen welschen Strauß.

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So haben ihn die Wogen
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Und Winde und Gewalt
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Des Herzens fortgezogen,
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Wo Krieg um Cadix schallt;
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Da blüht ihm erste Freude
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Nach langer trüber Zeit,
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Sein Schwert fährt aus der Scheide,
130
Sein Fuß fliegt in den Streit.

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Und wohl, wohl ist's gelungen
132
Dem Eisen und dem Fuß,
133
Daß unter ihm bezwungen
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Manch Welscher bluten muß;
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Auf Andalusiens Feldern,
136
Da trat er rote Spur,
137
Aus der Pyrene Wäldern
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Bedräut er Welschlands Flur.

139
So in zwei schönen Jahren –
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O stolzer Freiheitskampf! –
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Ist er hindurchgefahren,
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Der Welschen Schreck und Dampf;
143
Sie sahn sein Eisen blitzen,
144
Sein Auge blitzte mehr,
145
Stets flog er an den Spitzen,
146
Der Vordermann im Heer.

147
So ist er einst geflogen
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Gleich Himmelsflammen wild
149
Auf roten Schlachtenwogen,
150
Der Katalanen Schild,
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Hat mit den roten Wogen
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Die Feinde weggespült:
153
Da ist von Gottes Bogen
154
Der Pfeil auf ihn gezielt.

155
Da deckt, vom deutschen Lande,
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Von deutscher Liebe fern,
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Der Hasser welscher Schande,
158
Der deutschen Fürsten Stern,
159
Der Preis der deutschen Jugend,
160
Der junge, grüne Held,
161
Das fromme Bild der Tugend,
162
Erblaßt das fremde Feld.

163
Da ist der Held gefallen
164
In jenem großen Jahr,
165
Als des Tyrannen Wallen
166
Gen Moskau schaurig war;
167
Er hat nicht mehr gesehen,
168
Was seine Seele rang,
169
Das Vaterland erstehen
170
Aus Jammers Überschwang.

171
Doch ist er auch gestorben
172
Fürs deutsche Vaterland
173
Und hat den Kranz erworben,
174
Der Ehre schönstes Pfand,
175
Den Kranz, wodurch die Freien
176
Im Himmel herrlich stehn,
177
Die gegen Tyranneien
178
Durch Feuer und Eisen gehn.

179
Drum schreibt die deutsche Treue
180
Mit goldnem Strahlenschein
181
Dich, kühner Schlachtenleue,
182
In ihre Tafeln ein;
183
Solang in festen Kreisen
184
Noch Mond und Sonne reist,
185
Wird man dich, Siegrich, preisen,
186
Wo man die Freiheit preist.

187
Von Freiheit muß ich klingen –
188
Das ist der höchste Klang –
189
Und ihre Glocken ringen
190
All, all mein Leben lang.
191
Drum hab' ich auch gesungen
192
Vom Siegerich die Mär,
193
Die weit und breit erklungen
194
Ist über Land und Meer.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ernst Moritz Arndt
(17691860)

* 26.01.1769 in Groß Schoritz, † 29.01.1860 in Bonn

männlich, geb. Arndt

deutscher Historiker, Publizist und Politiker

(Aus: Wikidata.org)

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