Gottes Gericht

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Ernst Moritz Arndt: Gottes Gericht (1814)

1
Es wirbeln die Trommeln: Heraus! Heraus!
2
Der Feind ist vergangen mit Mann und Maus,
3
Da liegt er zerschmettert durch Gottes Hand,
4
Und seine Gebeine bedeckt kein Sand.

5
Die Raben, sie krächzen, die Krähen sind laut,
6
Der Winter hat Brücken von Eis gebaut,
7
Der Hunger ist bitter und tief der Schnee –
8
Was will das bedeuten? O weh! O weh!

9
Vierhundertmaltausend zu Roß und Fuß
10
Gingen über die Weichsel, den Niemenfluß,
11
Vierhundertmaltausend – o welch ein Heer!
12
Gott hat sie zerstört und der Russen Wehr.

13
Napoleon hat auf den Teufel gebaut,
14
Alexander der Kaiser hat Gott vertraut,
15
Die Franzen verehrten Wollust und Geiz,
16
Die Russen verehrten das heilige Kreuz.

17
Die Franzen, sie prahlten im trotzigen Mut,
18
Die Russen, sie brannten von frommer Glut,
19
Die Franzen, sie stritten für Lug und Wind,
20
Die Russen, sie stritten für Weib und Kind.

21
Drum wurden die Franzen wie Sand verweht,
22
Wann Sturmwind hinunter-, hinübergeht;
23
Ihr Grab ist das Wasser, der Schnee ihr Bett,
24
Sie machen die Wölfe und Raben fett.

25
Es wirbeln die Trommeln: Heraus! Heraus!
26
Zum Kriege der Rache ins Feld hinaus!
27
Die Franzen sie fliehen! Frisch hinterdrein!
28
Wer wollte wohl heute der letzte sein?

29
Auf! Frische Gesellen! Und greift die Wehr!
30
Auf! Über die schnöden Banditen her!
31
Färbt Lanzen und Schwerter im Blute rot
32
Und schlaget die Schelmenfranzosen tot.

33
So hetzet sie munter zum Rhein, zum Rhein,
34
Und über den Rhein und über den Rhein;
35
Wo Worte der Treue der Deutsche spricht,
36
Da wohne französische Lüge nicht.

37
Die Raben sie krächzen, die Krähen sind laut,
38
Der Winter hat Brücken von Eis gebaut,
39
Der Hunger ist bitter und tief der Schnee –
40
Was will das bedeuten? O weh! O weh!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Ernst Moritz Arndt
(17691860)

* 26.01.1769 in Groß Schoritz, † 29.01.1860 in Bonn

männlich, geb. Arndt

deutscher Historiker, Publizist und Politiker

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.