Die Tauben

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Ernst Moritz Arndt: Die Tauben (1814)

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Freundliche Vögel, o seid gegrüßt mir, flatternde Tauben!
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Einst das Spiel meines Tags, jetzt das Spiel meiner Nacht,
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Seid mir gegrüßt! Ihr bringt mir immer so liebe Gesellschaft,
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Wann mir der Schlaf aufs Bett schleicht mit dem seligen Traum,
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Dann kommt mit zu dem Spiel die frommste, zärtlichste Mutter;
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Kindisch tändeln wir fast, Tauben und Mutter und Sohn.
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Also will es der Gott, der Erstes und Letztes verbindet,
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Der in dem Herzen geheim Himmel und Erde verflicht.
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Denn in der wimmelnden Schar der Kindheitsbilder als erstes
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Führt die Erinnerung stets lustiges Taubenspiel auf,
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Stellet das Haus mir hin, den Garten, die Blumen, die Vögel,
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Alles im dämmernden Schein, wie es die Kindheit geliebt:
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Schneeweiß flattern die Kleinen noch auf, und schneeweiß die Alten
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Durch die Raute herein, welche zum Kämmerchen führt,
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Mütterchen streut noch das Korn, das Büblein klatscht in die Hände;
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Auch das Nest im Kamin seh' ich wie damals noch heut.
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Seid mir darum geliebt, ihr weißen, freundlichen Boten
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Aus der vergangenen Zeit, Boten vom Himmel, geliebt!
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Lehren will ich die Liebe dem Sohn, er lehre den Söhnen,
20
Daß noch das Enkelgeschlecht ehre des Vaters Gebot.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ernst Moritz Arndt
(17691860)

* 26.01.1769 in Groß Schoritz, † 29.01.1860 in Bonn

männlich, geb. Arndt

deutscher Historiker, Publizist und Politiker

(Aus: Wikidata.org)

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