Gottes Gericht

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Ernst Moritz Arndt: Gottes Gericht (1814)

1
»ich will das Schwert lassen klingen,
2
Die Herzen sollen verzagen.
3
Wie Blitz auf feurigen Schwingen
4
Herbrausen Reiter und Wagen,
5
Es schallen Donnergeschosse,
6
Blut dürsten Männer und Rosse.«

7
So hat der Herr es gesprochen,
8
Der Schaffer, Helfer in Nöten.
9
In Blut wird Sünde gebrochen,
10
Die Schmach das Eisen muß töten:
11
So tilgt er Weibergebärde
12
Und heilt die Welt mit dem Schwerte.

13
Dann wollen Männer nicht sterben,
14
Und Weiber Kindlein nicht wiegen,
15
Dann nahet Mord und Verderben,
16
Und Völker müssen erliegen,
17
Und Schlachten mähen das Alte,
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Damit sich Neues gestalte.

19
Dann fahren durch die Verruchten,
20
Gott hat die Macht ihnen geben;
21
Und flehen lernen, die fluchten,
22
Und Toren Hände erheben;
23
Wild schnauben Räuber und Henker,
24
Sie meinen's, er ist der Lenker.

25
Drum laß es donnern und blitzen,
26
Du, Herr, bleibst ewig derselbe,
27
Du rollst in leuchtenden Sitzen
28
Das hohe Himmelsgewölbe,
29
Du trägst die Erde, die kleine,
30
Und nennst sie freundlich die deine.

31
Du hebest hoch vom Getümmel
32
Die Guten auf von der Erde,
33
Du hebst sie selbst in den Himmel,
34
Daß unten herrlich sie werde.
35
Das Leid, es muß ja vergehen,
36
Das Glück muß wieder erstehen.

37
O laß den himmlischen Glauben,
38
Die süße Liebe uns halten!
39
Dann laß Tyrannen nur schnauben,
40
Wir stehen in höhern Gewalten;
41
Wir lachen der bübischen Wichte,
42
Denn Gottes sind die Gerichte.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ernst Moritz Arndt
(17691860)

* 26.01.1769 in Groß Schoritz, † 29.01.1860 in Bonn

männlich, geb. Arndt

deutscher Historiker, Publizist und Politiker

(Aus: Wikidata.org)

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