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Ich saß so stumm, wie in dem schwarzen
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Gericht des Orkus Rhadamanth,
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Und wog auf schwerer Schicksalshand
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Die Schuld und Unschuld mit den Parzen,
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Las in der blutigen Schrift der Zeit
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Der Thronen Sturz und Königsmorde
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Und siegreich die Banditenhorde,
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Die einer Welt mit Knechtschaft dräut. –
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Da dacht' ich an die großen Seelen,
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Die, keinem Schicksal untertan,
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Den Weg zum stillen Ozean
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Sich durch das freie Eisen wählen:
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Ist jedem Erdensohn gegeben;
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Die erste Majestät im Leben,
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Die höchste, heißt Gesetz und Recht,
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Und wenn nur Knechte und Despoten
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Auf Erden grasen matt und dumm,
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Dann kehrt die alte Welt sich um,
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Und Leben blühet aus dem Toten
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Still in der Zeiten Wechsellauf,
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Daß edlere Geschlechter werden;
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Und sprängen sie aus Steinen und Erden
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Durch Kadmen und durch Pyrrhen auf.
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So saß ich, hielt die letzten Enden
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Der Dinge wägend in der Hand
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Und schaute stumm ins dunkle Land,
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Von wannen nimmer Wandrer wenden;
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Da rief mich deine Stimme süß,
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O Freundin, in das frische Leben
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Mit Blumenlust und Wolkenschweben,
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Ins volle Frühlingsparadies.
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O Freundschaft, holde Wundersaite,
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Die lieblich durch den Busen klingt
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Und alles Schöne wiederbringt,
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Der Kindheit Traum, der Jugend Weite,
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Du Männerstahl und Frauenschutz,
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Das Herz zur Tugend zu ermannen,
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Zu groß für Sklaven und Tyrannen,
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Beutst du gemeinen Gütern Trutz
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Und schwingst unsterblich durch das Leben,
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Wie ein Gestirn den Feuerglanz,
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Von Sphärentanz zu Sphärentanz
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Uns aufwärts, wo die Götter schweben.
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Ich höre deinen Zauberklang,
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Der Gram entflieht ins öde Dunkel,
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Der Himmel leuchtet, ein Karfunkel;
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Die ganze Erde wird Gesang;
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Und Guillotinen und Banditen,
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Tyrannenseelen groß und klein
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Versinken aus des Lichtes Schein
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Tief, wo die Teufel Höllen hüten;
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Und in der Freude freierm Schlag
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Hebt sich die Brust dem Licht entgegen,
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Und jedes Unheil wird ein Segen,
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Ein Wonneruf wird jedes Ach.
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So lieb und wunderbar getroffen
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Hat mich, o Freundin, jedes Wort,
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Das wüste Heer der Nacht ist fort,
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Der ganze Himmel steht mir offen,
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Die Erde sinkt, das kleine Nichts,
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Worum sich Toren blutig schlagen,
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Nur denen eigen, die es tragen
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Empor ins Sonnenreich des Lichts.
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Ja, Freundin, welche ferne Lande
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Mein Fuß auch noch durchwandern muß,
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Eh' ich den letzten Obolus
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Bezahle an dem stygischen Strande,
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Ich schwör' es dir und jener Glut,
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Die edle Herzen ewig zündet,
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Was sich unsterblich mir verkündet,
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Das halt' ich fest mit Männermut,
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Und kein Despot soll mir es rauben;
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Und drückt es mich zu schwer hinab,
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So öffn' ich durch das Schwert mein Grab
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Und nehme in das Grab den Glauben.
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Doch heute lacht der Lenz noch mild,
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Geführt von Grazien und Scherzen,
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Und zeiget jedem Menschenherzen
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Der Freude anmutvolles Bild.
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O möge er mit zarten Schwingen
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Dich wie ein Blumenhauch umwehn
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Und frisch und jugendlich und schön
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Der Kindheit Träume wiederbringen!
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Was du gewesen, was du bist,
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Das ist der Gott in deinem Busen:
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Orakel hat und Klang der Musen
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Nur, welcher gleich ihm selber ist.