Oft bin ich schon im Traume dort, wo wir länger nicht träumen

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Oft bin ich schon im Traume dort, wo wir länger nicht träumen Titel entspricht 1. Vers(1802)

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Oft bin ich schon im Traume dort, wo wir länger nicht träumen.
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Auf dem Jupiter war, eilet' ich jetzt
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In Gefilde, wie sonst niemals mein Auge sah?
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Nie Gedanken mir bildeten.

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Rings um mich war mehr Anmut, als an dem Wald' und dem Strome
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Auf der Erd ist. Auch quoll Feuer herab
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Von Gebirgen, doch wars mildere Glut, die sich
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Morgenrötlich ins Tal ergoß.

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Wolken schwanden vor mir; und ich sahe lebende Wesen
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Sehr verschiedner Gestalt. Jede Gestalt
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Wurd' oft anders; es schien, daß sie an Schönheit sich
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Übertraf, wenn sie änderte.

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Dieser Unsterblichen Leib glich heiteren Düften, aus denen
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Sanfter Schimmer sich goß, ähnlich dem Blick
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Des, der Wahres erforscht, oder, Erfindung, sich
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Deiner seligen Stunde freut.

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Manchmal ahmten sie nach Ansichten des Wonnegefildes,
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Wenn sie neue Gestalt wurden. Die sank,
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Zur Erquickung, auch wohl dann in das Feuer hin,
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Das dem Haupte der Berg' entrann.

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Sprachen vielleicht die Unsterblichen durch die geänderte Bildung?
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War es also; wie viel konnten sie dann
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Sagen, welches Gefühl! redeten sie von Gott;
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Welcher Freuden Ergießungen!

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Forschend betrachtet' ich lang die erhabnen Wesen, die ringsher
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Mich umgaben. Itzt stand nah mir ein Geist,
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Eingehüllet in Glanz, menschlicher Bildung, sprach
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Tönend, wie noch kein Laut mir scholl:

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Diese sind Bewohner des Jupiter. Aber es wallen
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Drei von ihnen nun bald scheidend hinauf
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Zu der Sonne. Denn oft steigen wir Glücklichen
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Höher, werden dann glücklicher.

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Sprachs, und zwischen den auf und untergehenden Monden
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Schwebten die Scheidenden schon freudig empor.
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Jener, welcher mit mir redete, folgt'; und ich
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Sah erwachend den Abendstern.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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