Die Neuern sehen heller im Sittlichen

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Die Neuern sehen heller im Sittlichen Titel entspricht 1. Vers(1800)

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Die Neuern sehen heller im Sittlichen,
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Als einst die Alten sahn. Durch das reinere
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Licht, diese reife Kenntnis, hebt sich
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Höher ihr Herz, wie das Herz der Alten.

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Drum dürfet ihr auch, wenns in den Schranken nun
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Der Künste Sieg gilt, kämpfen beseelt vom Mut,
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Dürft, wenn der Herold hoch den Lorbeer
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Hält, mit den Kalokagathen kämpfen!

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Viel Zweig' und Sprosse haben die Tugenden;
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Zu jedem stimmen laut die Empfindungen:
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Da grünet, blüht nichts bis zum hohen
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Wipfel, das nicht in die Seele dringe.

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Viel Zweig' und Sprosse hat auch die böse Tat;
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Vor jedem schauern auf die Empfindungen:
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Da welket, dorrt nichts bis zum hohen
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Wipfel, das nicht in die Seele dringe.

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Die mehr der Stufen zu dem Unendlichen
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Aufstiegen, schauen höhere Schönheit. Er,
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Das Sein, ward durch des Altertumes
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Märchen entstellt, die von Göttern sangen.

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Heiß ist, wie weit auch strahle der Kenntnis Licht,
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Der Kampf ums Kleinod! Wem bei der Fackel Glanz
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Nicht laut das Herz schlägt, froh nicht bebet,
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Flieht, ist er weise, die Ebnen Delphi's.

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Der ersten Zauberin in des Dichters Hain,
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Darstellung heißt sie, weihet der, opfert ihr
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Der Blüten jüngste! Diese Göttin,
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Streitende, muß euch mit Huld umschweben.

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Wenn Geist mit Mut ihr einet, und wenn in euch
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Des Schweren Reiz nieschlummernde Funken nährt;
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Dann werden selbst der Apollona
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Eifrigste Priester euch nicht verkennen.

33
Denn ihnen winkt der amphiktyonische
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Kampfrichter; sie sind seiner Gesetze, sind
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Des eingedenk, daß in der Tafeln
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Erste gegraben war: Keuscher Ausspruch!

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Der Enkel siehet einst von Elysium
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Achäas Schemen kommen, und (in dem Hain
39
Umweht es sie melodisch) euren
40
Sieg ihm verkünden mit edlem Lächeln.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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