Aufgeschwungen hattest du einst hoch über der Menschheit

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Aufgeschwungen hattest du einst hoch über der Menschheit Titel entspricht 1. Vers(1797)

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Aufgeschwungen hattest du einst hoch über der Menschheit
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Grösse dich, Gallien, hattest, dem Krieg' entsagend, der Erde
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Völker alle besiegt, des Alterthums, und die spätern,
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Durch das melodische, himlische Wort.

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Nie war das noch gewesen; und ward! Doch des hehren Gesetzes
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Tafeln hast du zerschlagen, zerschlagen! deckender Staub macht
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Selbst die Trümmern unkenbar! und du, (Jetzt mag ich nicht nennen
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Deinen Namen) du liegest nun da,

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Wie von der Höh du dich stürzetest, wie die Maale der Schmach dich
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Rötheten, der vor allen: Was jetzo du wärst! was Europa's
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Völker wären; hättest du Hochverrath nicht begangen
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Gegen das heilverkündende Wort!

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Wer den höchsten Gipfel erstieg, (O darf sich auch wenden
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An die Nazion die Stimme des einzelnen? Freude
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War's mir, mein neues Vaterland, dass du Bürger mich nantest;
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Wonne, hörst du mich, wird es mir seyn!)

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Wer den höchsten Gipfel erstieg, ist zu stolz auf dem zweyten
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Sich zu zeigen: und doch wär's Nachweltruhm, wenn zu diesem
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Du dich erhübst, da der erste dir nun unersteiglich ist. Edel
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Wär nicht der hier noch zweifelnde Stolz.

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Hab' ich Wahrheit geredet; so ist's thatfodernde Wahrheit,
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Und so schwingest du, Gallien, dich auf den zweyten der Gipfel:
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Hältst von dem Bunde des Friedens an, von dem frohesten Tage
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Unsers Jahrhunderts, was einst du versprachst.

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Kom, o Vergessung dann de Erduldeten, lösche die Bilder
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Jenes Jammers aus, den allgegenwärtig das bleiche
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Scheusal, das thierische, graus' ergoss, das würfelnde, kalte
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Scheusal, der Menschheit Schande, der Krieg,

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Ha die schändlichere, seit seine Tilgung verheissen
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Ward, und gehoft! Lass heller, Vergessung, der Weinenden Auge
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Werden, es länger nicht bluten; lass um den todten Geliebten
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Länger vor Wehmuth nicht jammern die Braut;

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Länder um den entrissenen Freund den liebenden Freund nicht
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Klagen, ihn gehn, und Blumen ihn auf des ruhenden Grab streun,
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Welches, von der Zipresse beschattet, dem Wanderer winket,
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Oder von weinenden Weiden gekühlt.

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»ha was tröstest du, sprichst von der Ruhe dess, den ich liebte!
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Und von der Weide, die um ihn weinet. Er ist mir verschwunden!
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Ist mir verschwunden! mir bringet ihn nicht, die Zipresse, die mitklagt,
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Nicht die Thräne der Weide zurück.

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Helden, Helden! wie gross seyd ihr! Wer giebt mir der schönsten
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Sprosse genug, dass ich geh, und Lorberwälder euch pflanze!
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Aber auch, verzeiht! von den Wolfsgesichtern darunter,
44
Und von den Löwenzähnen, verzeiht!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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