Unter Blumen, im Dufte des röthlichen Abends, in frohes

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Unter Blumen, im Dufte des röthlichen Abends, in frohes Titel entspricht 1. Vers(1796)

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Unter Blumen, im Dufte des röthlichen Abends, in frohes
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Lebens Genuss,
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Das, mit glücklicher Täuschung, zu jugendlichem sich dichtet,
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Ruh' ich, und denke den Tod.
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Wer schon öfter als siebzigmal die Lenze verblühn, sich
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Immer einsamer sah,
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Solle der Vergesser des Todes seyn, des Geleiters
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In die schönere Welt?
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Wünschet' ich mir den Beginn zu erleben des neuen Jahrhunderts;
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Wäre der Wunsch nicht ein Thor?
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Denn oft säumet, zwischen dem Tod' und dem Leben, ein Schlummer.
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Leben; ist nicht Leben, nicht Tod!
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Und wie würde das mich bewölken, der immer sich jedem
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Schlummer entriss.
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Trennung von den Geliebten, o könt' ich deiner vergessen;
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So vergäss' ich des Todes mit dir.
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Doch nichts schreckliches hat der Gestorbne. Nicht den verwesten
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Sehen wir, sehn nicht Gebein;
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Stumme Gestalt nur erblicken wir, bleiche. Ist denn des Mayes
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Blume nicht auch, und die Lilie weiss?
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Und entfloh nicht die Seele des blumenähnlichen Todten
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In die Gefilde des Lichts,
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Zu den Bewohnern des Abendsterns, der Winzerin, Maja's,
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Oder Apollo's empor,
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Zu des Arktur, Zynosura's, des Sírius, oder der Ähre,
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Asteropens, Zeleno's empor?
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Oder vielleicht zu jenes Kometen! der flammend vor Eile,
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Einst um die Sonne sich schwang,
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Welche der schöneren, die der Erde strahlet, ihn sandte
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Auf der unendlichen Bahn.
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Glänzender flog der Komet, und beynah der sendenden Sonne
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Unaufhaltbar, so schnell
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Schwang der liebende sich. Er liebt die Erde Wie freut er,
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Als er endlich näher ihr schwebt,
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Da sich des Wiedersehns! Zu der Erde schallt ihm die Stimme
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Aus den jungen Hainen hinab,
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Aus den Thalen der Hügel, der Berge nicht; und die Winde
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Heisst er mit leiserem Fittige wehn:
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Alle Stürme sind ihm verstumt, und am ehernen Ufer
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Schweigt das geebnete Meer.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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