Endlich darf sie mir einmal doch wohl die zürnende Thräne

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Endlich darf sie mir einmal doch wohl die zürnende Thräne Titel entspricht 1. Vers(1796)

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Endlich darf sie mir einmal doch wohl die zürnende Thräne
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Rinnen, endlich mein Schmerz sagen, wie bitter er ist.
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Bürdet mir Stolz nicht auf, wenn ich von Entweihungen rede;
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Wer so lange wie ich duldet', und schwieg, ist nicht stolz.
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Vor Dolmetschungen ach bewahret mich, Göttinnen, hab' ich
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Allen Musen gelleht; aber sie hörten mich nicht.
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Auch dem dritten Ohr des lazedämonischen Phöbus
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Fleht' ich umsonst, und ach selber dem vierten umsonst!
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Hattest, Apollo der Kriegerstadt, du allein denn nicht Pfeile,
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Dass du, mich rettend, damit träfst die translätinge Faust?
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Gallier haben noch jüngst mich übersetzt: doch sie wähnens
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Nur; sie haben mich dort über den Lethe gebetet.
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O wie grub mir der Wunden so viel ihr triefender Dolch ein,
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Und wie röthete sich mir die getroffene Brust!
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Und so klage denn ich, das niemals klagte? Wohlan denn,
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Ich ermanne mich jetzt, trage mein Schicksal, wie sonst.
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Aber weil ihr mich verliesst; so versieg' euch, eine schönsten
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Morgenröthen lang, Musen, der heilige Quell!
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Und nicht kürzere Zeit zu du, Lazedämons Apollo,
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Wenn Melpomene singt, feinster der Hörenden taub!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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