Eine Rose, gepflückt vom liebenden Mädchen, das Thränen

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Eine Rose, gepflückt vom liebenden Mädchen, das Thränen Titel entspricht 1. Vers(1795)

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Eine Rose, gepflückt vom liebenden Mädchen, das Thränen
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Trübeten, lag, und welkte dahin,
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Auf den bestäubten Blumen des Grases. Das bebende Mädchen
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Liess sie fallen, die doch
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Eine der mosigen war, und nur erst Knospe. Ach jetzo
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Lag sie, und starb!
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Blumen versammelten sich um sie, und Standen, und Bäume,
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Dass sie sterben sie sähn,
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Und der eigenen Sterblichkeit sich erinnerten; dann sie,
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Wären die Blätter ihr alle gedort,
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Mit dem Laube bestreuten der Beberesche. Am Grabe
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Sollte, mehr noch zu weinen, ihr dann
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Bleiben die Jüngferliche. Die Traurenden nahten der Stäte
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Bald, wo die welkende lag.
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Grübling eilte voran, und mit erzitterndem Blatte
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Folgte Weichling von fern.
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Göttergeruch begann: So lieget sie denn, und so früh schon!
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Hätte das liebliche Mädchen ihr doch
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Aus der Quelle geschöpft, aus der es die Lerche sich tränket,
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Und die Nachtigall, dann
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Ihren Stamm in die Kühle gesenkt, und dort sie gelabet:
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Ach so stürbe sie nicht!
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Schwebete nun noch nicht zu den Rosenschatten hinunter
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In Elisiens Thal.
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Also Göttergeruch. Wenn der West schwieg, wurd' ihm die Stimme
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Rede nur, wenn er wehte, Gesang.
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Röthe, die trägt Herzblätter, Vernunft, und die Tochter des Maies,
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Und Goldlilie klagten ihm nach,
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Flamm', und Mädchen im Busche, und Himmelskerze, und Ringel-
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Blume, die heilige, nach.
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Aber itzt kamen in Eil herbey die wild und die schwarze
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Natterwurzel, herbey.
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Eisenherz, mit ihm Löwenfuss, und der Wolfsgesichter;
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Also ruften sie aus:
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Thörichte, dass ihr da so wehklagt um Eine der Rosen;
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Und zu tausenden werden sie doch
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Unter Galliens Wilden, von Menschenblute beströmet,
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In dem elisischen Felde verschwemt!
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Aber die weinende Weide vernahm mit Entsetzen die dumpfen
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Töne, begann:
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Und du kamst, Zipresse, nicht auch, du grausame, kamst nicht!
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Lässest allein
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Über sie mich die Zähre des Grams hinträufeln; und doch ist
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Sie, kaum Knospe, gewelkt!
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Wird zu den Schemen nun bald der Pfirsichblüthen hinabgehn,
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Wird zu der Veilchen hinab,
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Und Elfranken gehn. Sie sang es, säuselte, senkte
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Tiefer den schwebenden Zweig.
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Aber die Traurenden wendeten sich. Da blieb an dem Grabe
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Schweigend die Jüngferliche zurück.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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