Weise Menschlichkeit hat den Verein zu Staaten erschaffen

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Weise Menschlichkeit hat den Verein zu Staaten erschaffen Titel entspricht 1. Vers(1792)

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Weise Menschlichkeit hat den Verein zu Staaten erschaffen,
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Hat zum Leben das Leben gemacht!
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Wilde leben nicht; sie sind jetzt Pflanzen, dann athmen
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Sie als Thier' ohne Seelengenuss.
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Hoch stieg in Europa empor des Vereins Ausbildung,
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Naht dem letzten der Ziele stets mehr;
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Ist nicht des Zeichners Entwurf, ist beynahe Künstler vollendung,
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Raphaels, oder Angelo's Werk,
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Raphaels, oder Angelo's Werk, wenn der Zauber der Farb' auch
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Hier und da Verzeichnung beschönt.
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Aber so bald die Beherscher der Nazionen statt ihrer
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Handeln; dann gebeut kein Gesetz,
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Das dem Bürger gebeut, dann werben die Herschenden Wilde,
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Löwen, oder entzündendes Kraut.
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Und jetzt wolt ihr sogar des Volkes Blut, das der Ziele
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Letztem vor allen Völkern sich naht,
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Das, die belorberte Furie, Krieg der Erobrung, verbannend,
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Aller Gesetze schönstes sich gab;
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Wolt das gepeinigte Volk, das Selbsterretter, der Freyheit
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Gipfel erstieg, von der furchtbaren Höh,
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Feuer und Schwert in der Hand, herunter stürzen, es zwingen
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Wilden von neuem dienstbar zu seyn;
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Wolt, dass der Richter der Welt, und, bebt, auch eurer, dem Menschen
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Rechte nicht gab, erweisen durch Mord!
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Möchtet ihr, ehe das Schwert von der Wunde triefet, der Klugheit
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Ernste, warnende Winke verstehn!
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Möchtet ihr sehn! Es entglüht schon in euren Landen die Asche,
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Wird von erwachenden Funken schon roth.
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Fragt die Höflinge nicht, noch die mit Verdienste gebornen,
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Deren Blut in den Schlachten euch fliesst;
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Fragt, der blinken die Pflugschaar lässt, die Gemeinen des Heeres,
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Deren Blut auch Wasser nicht ist:
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Und durch redliche Antwort erführet ihr, oder durch lautes
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Schweigen, was in der Asche sie sehn.
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Doch ihr verachtet sie. Spielt denn des neugestalteten Krieges
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Nie versuchtes, schreckliches Spiel,
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Alzuschreckliches! Denn in den Kriegen werden vergötzten
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Herschern Menschenopfer gebracht.
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Sterbliche wissen nicht, was Gott thun wird: doch gewahren
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Sie, wenn grosse Dinge geschehn,
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Jetzt sein langsames Wandeln, jetzt donnernden Gang der Entscheidung,
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Der mit furchtbarer Eil' es vollbringt.
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Wer zu täuschen vermag, und mich liebt, der täuscht den Erlebung
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Wünschenden, weissagt donnernden Gang.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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