Ehmals verlor mein fliegender Blick in des Lebens

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Ehmals verlor mein fliegender Blick in des Lebens Titel entspricht 1. Vers(1789)

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Ehmals verlor mein fliegender Blick in des Lebens
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Künftiges sich, und ich schuf dann, was mir Wunsch war,
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Fast zu Wirklichkeit: seine Freuden
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Hatte das schöne Phantom!

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Denn das Gesetz der Mässigung wurd' ihm gegeben,
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Wurde gethan mit der Strenge, die zu Hofnung
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Leitet: aber der Wunsch ist dann selbst
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Thor, wenn er Hofnung verdient.

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Freue dich dess, das da ist! so sagt' ich mir öfter,
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Als dem Getäusch ich es zuliess mir zu gleissen:
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Sagt' es, thats! und erlebt' auch, was sich
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Über Gewünschtes erhob.

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Jetzo verweilt der festere Blick in des Lebens
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Vorigem sich; und ich fühle, was dahinfloh,
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Fast, als hielt' ich's noch: süssre Freuden
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Giebt es mir, war nicht Phantom!

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Freue dich dess, das da ist! so sag' ich mir dennoch
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Jetzt auch. Obwohl sich der Scheitel mit des Alters
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Blütheuhaare mir deckt; ich wandle
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Froh um das nähere Grab.

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Aber ich werd' auch Leiden gewahr im Vergangnen,
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Wehmuth! es geht mit den Leichen der Geliebten
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Mir vorbey: wie vermöcht' ich dann mich
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Dessen, das da ist, zu freun!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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