Du fragest sie auch die ernste Frage, die schreckliche

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Du fragest sie auch die ernste Frage, die schreckliche Titel entspricht 1. Vers(1786)

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Du fragest sie auch die ernste Frage, die schreckliche:
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Auf welcher Stufe der Geister
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Steht, wer den Gottesleugner
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Nicht für rasend hält?

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»die schreckliche?« Ja die schreckliche!
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Denn hältst du ihn, der ein Stolzer ist! ein Empörer ist!
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Weiter nichts ist! für einen Denker den;
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So ist die Stufe, worauf du stehest, zu tief!

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So kanst du werden, was er ist,
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Ein Rasender!
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Ein Feiger, (Rasende sinds) so Vernichtung
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Glaubet, leben mag, sich nicht vernichtet!

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Aber ich sucht', und ich fand Entschuldigung
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Für den Feigen, der ist, und dem doch Gott nicht ist.
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Entscheid', ob ich die rechte fand. Er denket sich,
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Ohne Gott! hat sich dadurch nur nicht ganz vernichtet!

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Schleichet, bebt, zweifelt umher;
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Des Gespenstes Gedanke (sein Wort leugt Tiefsinn)
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Ist dem Traume gleich,
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Welcher vom Traume träumt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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